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Bearbeitet & klinisch überprüft vom THE BALANCE Team
Fakten geprüft

Die Alkoholentgiftung ist der erste Schritt aus der Abhängigkeit in ein besseres, gesundes Leben. Leider stellt der Entzug für langwierige Alkoholiker kein Spaziergang dar. Der Körper benötigt für die körperliche Entgiftung mehrere Tage, in denen es zu lebensgefährlichen Symptomen, wie z. B. Organ- oder Herzversagen kommen kann. 

Aus diesem Grund sollte die Alkoholentgiftung stationär und nicht zu Hause ohne Betreuung durchgeführt werden. Bei einem stationären Aufenthalt in einer Alkoholentgiftung-Klinik werden die Betroffenen rund um die Uhr medizinisch betreut und befinden sich in einem sicheren Bereich, in dem sie vor äußeren Stressfaktoren und Rückfallgelegenheiten abgeschirmt sind.

Wir verraten in diesem Artikel alles Wissenswerte über Dauer, Symptome und Ablauf der Behandlung bei Alkoholentzug. Außerdem berichten wir, welche Kliniken zur Alkoholentgiftung infrage kommen.

Alkoholabhängige Menschen benötigen den Alkohol zur Aufrechterhaltung ihrer Körperfunktionen und zur Wahrung ihrer seelischen Ausgeglichenheit. Wenn dem Körper kein Alkohol mehr zugeführt wird, dann reagiert er mit Entzugserscheinungen. Bei einer Alkoholentgiftung beginnt der Körper automatisch mit dem Entgiftungsprozess. 

In der Regel setzen die ersten Entzugssymptome nach 4 bis spätestens 24 Stunden ein, was davon abhängt, wieviel und wie lange die Person bereits trinkt. Folgende Entgiftungserscheinungen können auftreten: 

  • Zittern (Hände, Augenlider und Zunge)
  • Verlangen nach Alkohol 
  • Schwitzen
  • Übelkeit 
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Mundtrockenheit
  • Kraftlosigkeit
  • Gliederschmerzen
  • Anstieg von Temperatur und Blutdruck
  • Konzentrationsstörungen
  • Gereiztheit
  • Innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Depressive Zustände

Was ist ein Alkoholdelir?

Der Alkoholentzug unterscheidet sich vom Drogenentzug dadurch, dass es bei starken Alkoholikern zu einem besonders gefährlichen Symptom kommen kann, was als Delirium Tremens oder auch Alkoholdelir bezeichnet wird. Dieses Entzugssymptom zeigt sich anfangs durch innere Unruhe und Angstzustände. Es folgen in den ersten beiden Tagen der Abstinenz Herzrasen, massive Kreislaufstörungen, Krampfanfälle, starke Desorientierung, Verwirrtheit, Halluzinationen und Wahnvorstellungen. In diesem Zustand ist die betroffene Person dann kaum noch ansprechbar. Wenn bei einem Delirium keine medizinische Notversorgung erfolgt, tritt laut medizinischer Statistik bei 30 Prozent der Fälle der Tod ein.

Es wird zwischen zwei Arten unterschieden:

  • Körper entgiften: Alkohol & warmer Entzug

Der warme Entzug wird sowohl beim Alkoholentzug empfohlen. Bei dieser Form des Entzugs werden zur Milderung der Alkoholentzugssymptome krampflösende und beruhigende Medikamente, wie zum Beispiel Clomethiazol und Benzodiazepine, eingesetzt. Da diese Medikamente jedoch eine suchterzeugende Wirkung haben, bevorzugen manche Entzugskliniken den kalten Entzug. 

  • Kalter Alkoholentzug

Der kalte Entzug wird nur dann empfohlen, wenn der Patient gesundheitlich fit ist und keine besonders schwere Form des Alkoholismus aufweist. Nur wenn keine schweren Symptome zu erwarten sind, dann wird der kalte Entzug (ohne Einsatz von Medikamenten) angewandt, welche nur unter ärztlicher Betreuung stattfinden kann.

Die warme und kalte Entgiftung zählen zum abrupten Entzug. Es gibt jedoch auch den schrittweisen Entzug, der auch unter dem englischen Begriff Cut Down Drinking bekannt ist und eine sanfte Form des Entzugs darstellt. Hier wird dem Körper stufenweise der Alkohol entzogen. Der Betroffene führt bei dieser Form der Entgiftung ein eigenes Drink-Tagebuch und dokumentiert die allmähliche Verringerung der Trinkmenge, die eher in kleinen Schritten vonstattengehen sollte. Um den Patienten motiviert zu halten und aufkommende Sucht-Symptome, wie zum Beispiel depressive Verstimmung und Angstgefühle, entgegenzuwirken, werden in der Regel Naltrexon oder Naloxon verschrieben. Der Arzt entscheidet je nach individuellem Fall, ob diese Form des Entzugs für den Patienten infrage kommt.

Die Dauer des Abbaus von Alkohol im Körper hängt individuell vom Schweregrad der Alkoholerkrankung ab. Außerdem kommt es darauf an, wie die körperliche Verfassung des Betroffenen ist und, wenn bereits ein Alkoholentzug vorgenommen wurde, wie dieser damals verlaufen ist. Wenn die Person in vergangener Zeit Probleme mit der damaligen Alkohol-Entgiftung hatte und besonders starke Symptome erlebte, dann kann davon ausgegangen werden, dass diese Person auch im aktuellen Fall einen eher schweren Verlauf mit starken Symptomen haben könnte. 

Trotzdem kann man allgemein davon ausgehen, dass es bei einem warmen Entzug, unter Einfluss von Medikamenten, um die 14 Tage dauert, bis der Alkohol aus dem Körper ist. Bei einem kalten Entzug, ohne den Einsatz von Medikamenten, dauert es durchschnittlich um die 7 Tage, bis der Körper den Alkohol entgiftet hat und die Alkoholentzugssymptome überstanden sind. Die schlimmsten Entzugserscheinungen sind jedenfalls in der Regel nach 4–5 Tagen überstanden.

Nach der stationären Behandlung kommen in der Regel regelmäßige Nachsorgetermine zu tragen, da die psychische Abhängigkeit weiterhin behandelt werden sollte. Die gesamte Therapie kann je nach individuellem Fall Wochen, Monate oder Jahre dauern.

Turboentzug

Für besonders schwere Fälle des Alkoholismus wird ein Turboentzug empfohlen, der nur 3–4 Tage dauert und stationär in einer Entzugsklinik stattfindet. Die Alkoholentgiftung wird unter Narkose und dem Einsatz von Beruhigungsmitteln durchgeführt. Danach wird dann direkt die Psychotherapie eingeleitet. Dieser Methode ist jedoch nur dann geeignet, wenn der Patient keine gesundheitlichen Einschränkungen, wie zum Beispiel Herzprobleme, aufweist.

Eine Alkoholentgiftung sollte niemals alleine zuhause durchgeführt werden. Aufgrund des Suchtverlangens und der starken Symptome haben die Betroffenen, die alleine einen Entzug machen, laut medizinischer Statistik eine hohe Rückfallquote. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Entgiftung zuhause durchgeführt wird, wenn der Patient gesund ist, keine schweren Entzugssymptome aufweist und der Schweregrad der Alkoholsucht niedrig ist. Die Entgiftung zuhause muss jedoch auch unter ärztlicher Betreuung erfolgen, was heißt, dass der Patient regelmäßig in der Entzugsklinik erscheint und sich der ambulanten Behandlung unterzieht. 

Medizinische Statistiken weisen auf, dass die Rückfallquote bei einem stationären Aufenthalt in einer Entzugsklinik deutlich geringer ist:

  • Gesundheitsbedenkliche Entzugserscheinungen werden durch die permanente, medizinische Betreuung unter Kontrolle gebracht
  • Der Patient wird vom Alkohol komplett abgeschottet 
  • Er trifft nicht auf Menschen, die ihn zum Konsum verleiten könnten
  • Der Patient wird auf sein Leben in Abstinenz vorbereitet, da er neben der medizinischen Betreuung direkt Coaching und Psychotherapie erhält. 
  • Der Patient hat keine weitere Ablenkung und kann sich komplett auf den Heilungsprozess konzentrieren
  • Er lebt gesund, da er besonders vitamin- und mineralstoffreiche Kost erhält und sich körperlich betätigt
  • Es entsteht ein verständnisvolles Miteinander mit anderen Patienten und dem geschulten sowie erfahrenen Personal

Die Patienten müssen sich der Suchtproblematik stellen, sie erkennen und akzeptieren. Bei der Entzugstherapie ist es entscheidend, dass die zugrundeliegende Ursache für die Alkoholsucht gefunden wird. Daher wird ermittelt, ob Grunderkrankungen, wie zum Beispiel ADHS, vorliegen. Dann wird mit dem Patienten das Therapieziel erarbeitet.

Im Rahmen der qualifizierten Entzugsbehandlung steht als erstes der die körperliche Entgiftung von Alkohol im Vordergrund. Die medizinische Kontrolle betrifft hauptsächlich Überwachung der Vitalparameter während der Entgiftung. Sobald die Entzugssymptome abgeklungen sind, wird dann die Entwöhnung eingeleitet. Viele renommierte Suchtkliniken bieten die Entgiftung (körperliche Abhängigkeit) und Entwöhnung (psychische Abhängigkeit) über einen Zeitraum von 3 bis 6 Wochen an. 

Wenn die stationäre Behandlung vorüber ist, dann wird in der Regel die ambulante Nachsorge initiiert. 

Entgiftung Alkohol: Klinikum Schloss Winnenden

Sehr gute Reviews hat zum Beispiel das Klinikum ZFP Winnenden. Jährlich werden in der Fachabteilung der Klinik für Suchttherapie in Süddeutschland um die 2.700 Patienten stationär versorgt. Die Klinik verfügt über langjährige Erfahrungswerte im Bereich der Alkohol-Entgiftung. Den Patienten stehen derzeit 19 Ärzte und 69 Pflegekräften zur Verfügung.

Alkohol-Entgiftung Klinik: Psychiatrisches Zentrum Nordbaden

In der Fachabteilung der Klinik für Suchttherapie und Entwöhnung in Wiesloch, kurz PZN Wiesloch, werden jedes Jahr um die 3000 Patienten erfolgreich stationär behandelt. Das Programm für Alkoholentzug umfasst je nach individuellem Fall mehrere Wochen. Der Vorteil für Patienten ist, dass diese Klinik über ausreichend erfahrenes Personal verfügt. In der Suchtabteilung werden die Patienten von 19 Ärzten und 98 Pflegekräften umsorgt. 

Der Luxus-Alkohol-Entzug auf Mallorca

Die von der Schweizer Suchtklinik THE BALANCE angebotene Luxus-Sonderbehandlung unterscheidet sich von fast allen anderen Entzugskliniken auf der Welt. Sie ist in erster Linie für Menschen geeignet, die auf besondere Diskretion und mehr Exklusivität setzen, als es gängige psychosomatische Einrichtung für Alkoholentzug bieten können. 

Es handelt sich bei der Zielgruppe um Menschen, die aufgrund ihres Bekanntheitsgrades auf gar keinen Fall möchten, dass die Öffentlichkeit von ihrem Alkoholproblem erfährt. Außerdem gibt es die sogenannten Executives, wie zum Beispiel Vorstandsvorsitzende und CEO´s, die sich keine langen Ausfallzeiten erlauben können und daher auf ein intensives sowie nachhaltiges Entzugs- und Rehabilitationsprogramm angewiesen sind. Die Patienten kommen in der Regel aus der ganzen Welt und sind VIP-Standards gewohnt. 

Das multidisziplinäre Team besteht aus erfahrenden Suchtexperten und Gesundheitsprofis. Jeder Patient wird individuell durch Mediziner, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und anderem Fachpersonal betreut. Zudem beansprucht jeder Gast eine persönliche Vertrauensperson und erhält einen Privatkoch, Butler sowie Chauffeur. 

Mit seinem auf den Patienten maßgeschneiderten Therapieangebot ist the Balance Weltmarktführer. Der Luxus-Entzug umfasst zum Beispiel Körper-, Kunst-, Psychotherapie, spezielle Ernährung, Freizeitausgleich und hochwertige, medizinische Betreuung. Die Klinik richtet ihr Angebot in erster Linie an Selbstzahler. 

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