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Bearbeitet & klinisch überprüft vom THE BALANCE Team
Fakten geprüft

Um eine Drogenabhängigkeit zu bekämpfen, beginnen die meisten Betroffenen mit einer Drogen Entgiftung. An die Entgiftungsphase schließt sich die Phase des Entzugsmanagements an. Somit bildet die Drogen Entgiftung lediglich den ersten Schritt  aus einer Drogenabhängigkeit. Jedoch verwenden die meisten Menschen das Wort ‘Entgiftung’ und ‘Entzug’ als Synonym füreinander, wobei beides zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind.

Eine Drogen Entgiftung und ein Entzug sind zwei verschiedene Konzepte, um eine Drogenabhängigkeit zu behandeln. Die Entgiftung als ersten Schritt im Entzug muss jeder Betroffene durchmachen, der von Drogen oder Alkohol abhängig ist. 

Ziel der Entgiftung ist den Körper von Toxinen zu befreien, die sich während der Zeit der Abhängigkeit im Körper angesammelt haben. Ohne die Drogen Entgiftung können im Körper Reste der konsumierten Droge verbleiben und noch jahrelang nach Ende der Drogenabhängigkeit ein starkes Verlangen erzeugen. Folglich ist die Rückfallgefahr ohne eine richtige Entgiftung sehr hoch. Die erfolgreiche Drogen Entgiftung beinhaltet daher, diese Toxine aus dem Körper zu spülen und somit unerwünschte Nebeneffekte der eins konsumierten Droge zu vermeiden. Bestenfalls wird die Entgiftung in einer Drogen Klinik unter engmaschiger Beobachtung professioneller Ärzte durchgeführt, damit die Entgiftung bei Bedarf medikamentös begleitet werden kann. 

Der Vorteil einer stationären Entgiftung besteht auch darin,  dass Betroffenen ein sicheres Umfeld geboten wird und schwere Nebenwirkungen der Entgiftung sowie des Entzugs ärztlich betreut werden können. Je nachdem, welche Droge konsumiert wurde, können die Entgiftung und der Entzug lebensgefährlich sein. Darüber hinaus besteht in einer klinischen Einrichtung keinerlei Zugang zur Droge, was bei einer Drogenentgiftung Zuhause ein Risiko mit hohem Rückfallpotenzial darstellen würde. 

Der Ablauf einer stationären Entgiftung kann variieren, doch umfasst er grundsätzlich drei Stufen:

  1. Evaluierungsphase: Während dieser Zeit werden Betroffene einer umfassenden Untersuchung unterzogen, um den gesamten Umfang der medizinischen, psychologischen, sozialen oder sonstigen spezifischen Entgiftungs- und Behandlungsbedürfnisse zu erfassen.
  2. Stabilisierungsphase: Die Stabilisierung umfasst die unterstützende Betreuung und, falls erforderlich, medizinische Maßnahmen, um die akute Entgiftungsphase zu bewältigen. Die Stabilisierungsphase ist auch eine gute Gelegenheit, weitere Therapieangebote wahrzunehmen, die den bevorstehenden Behandlungsprozess unterstützen.
  3. Patientenbereitschaft: Die Bereitschaft der Betroffenen für eine Behandlung wird gefördert. Dazu kann es gehören, eine fortlaufende Therapie einzurichten und die Bedeutung der fortlaufenden Behandlung nach der Entgiftungsphase zu betonen. Darüber hinaus bemühen sich die Therapeuten, die Motivation der Betroffenen für die Entgiftung aufrechtzuerhalten. Sie können hierzu sogar einen schriftlichen Vertrag ausarbeiten, der zur Teilnahme an einer laufenden Behandlung verpflichtet.

Eine professionelle Drogen Entgiftung ist für die meisten Betroffenen mit ernsthaften Risiken während des Entzugs der beste Weg. Die stationäre Entgiftung gewährleistet, dass sie in einem sicheren Umfeld durchgeführt wird und unnötige Begleiterscheinungen gar nicht erst auftreten. Besonders Betroffene, die unter einer Alkohol- oder Schmerzmittelabhängigkeit leiden, sind bei einer stationären Entgiftung besser aufgehoben. 

Welche Art von Entgiftung in einem individuellen Fall am besten geeignet ist und wie intensiv die Betreuung sein muss, wird von einem therapeutischen Experten eingeschätzt. Die folgenden Faktoren spielen hierbei eine Rolle:

  • Akute Intoxikation und Risiken von Entzugssymptomen
  • Gesundheitlicher Allgemeinzustand und Komplikationen, die bei einer Drogenentgiftung unter Umständen behandelt werden müssen
  • Emotionale, verhaltensbezogene oder kognitive Einschränkungen, die den Verlauf der Behandlung beeinflussen könnten
  • Die Bereitschaft der Betroffenen eine Veränderung herbeizuführen 
  • Das Potenzial für Rückfälle oder andere anhaltende Probleme.
  • Das Genesungs-/Lebensumfeld des Betroffenen

Die Gesamtdauer der Entgiftung vom Beginn bis zum Abschluss ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Es ist schwierig, eine allgemeingültige Zeitlinie für eine Entgiftung zu erstellen, die auf die individuelle Situation jedes Betroffenen zugeschnitten ist. Die Dauer einer Entgiftung wird jedoch allgemein von den folgenden Faktoren beeinflusst:

  • Art der konsumierten Substanz
  • Schweregrad der Abhängigkeit
  • Dauer bzw. Menge der konsumierten Droge
  • allgemeiner Gesundheitszustand Dauer

Bei manchen Substanzen lässt sich die Dauer der Entgiftung ungefähr abschätzen:

  • Alkohol: Bei vielen Menschen können die Symptome der Alkoholentgiftung bereits wenige Stunden nach dem letzten Getränk beginnen und ihren Höhepunkt zwischen 24 und 48 Stunden nach dem letzten Konsum erreichen. Krampfanfälle und andere Anzeichen einer übermäßigen Erregung der Hirnaktivität können innerhalb von 12 Stunden bis 2 Tagen nach dem letzten Alkoholkonsum auftreten; seltener kommt es bei manchen Menschen bis zu 3 Tage nach dem letzten Alkoholkonsum zu einem schweren Alkoholentzugsdelirium
  • Benzodiazepine: Diese werden mit einem akuten Entzugssyndrom in Verbindung gebracht, das innerhalb weniger Stunden bis Tage nach dem Absetzen von relativ kurz wirkenden Benzos oder bis zu einer Woche bei relativ lang wirkenden Medikamenten (wie Valium) auftreten kann. Benzodiazepin-Entzugssymptome können mehrere Tage bis Wochen lang anhalten, bevor sie abklingen. Bei manchen Menschen treten langwierige Entzugssymptome auf, die ohne Behandlung Berichten zufolge jahrelang anhalten können.
  • Opioide: Die Entzugserscheinungen bei einer Entgiftung können je nach Wirkungsdauer der beteiligten Opioide variieren. Bei kurz wirkenden Opioiden, wie z. B. Heroin, treten die ersten Symptome häufig etwa 8-24 Stunden nach dem letzten Konsum auf und können 4-10 Tage andauern. Bei einer Abhängigkeit von länger wirkenden Opioiden wie Methadon treten die Symptome in der Regel 12-48 Stunden nach dem letzten Konsum auf, wobei die Gesamtdauer der Entgiftung 10-20 Tage beträgt.

Betroffene können durchaus eine Entgiftung allein zu Hause in Erwägung ziehen. Doch müssen sie sich über die möglichen Komplikationen im Klaren sein, die bei einem Entgiftungsversuch ohne medizinische Aufsicht oder Zugang zu potenziell lebensrettenden Maßnahmen auftreten können. 

Symptome und Dauer des Drogenentzugs

Eine Entgiftung im Alleingang kann besonders riskant sein, wenn Betroffene einen Alkohol- oder Benzodiazepinentzug durchführen. Während der Entgiftung kann es manchmal durch den Entzug zu Krampfanfällen oder sogar zum Tod kommen. Eine Opioidentgiftung ist hingegen beispielsweise zwar in der Regel nicht gefährlich. Dennoch ist es möglich, dass während der Entgiftung sehr schwere Entzungssymptome auftauchen und Betroffene infolgedessen ärztliche Hilfe zu benötigen (z. B. wegen Elektrolytstörungen aufgrund akuter Magen-Darm-Beschwerden). Ein weiteres Risiko bei dem Versuch der Drogen Entgiftung Zuhause ist die Gefahr eines Rückfalls. Ein kalter Entzug kann sehr unangenehm sein, was manche dazu veranlasst, schnell wieder Drogen zu nehmen, um die Symptome zu beseitigen. 

Bestimmte Substanzen führen bei regelmäßigem Konsum zur Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit. Das ist ein Phänomen, bei dem sich der Körper an die ständige Aufnahme von Drogen und/oder Alkohol gewöhnt. Wer von Alkohol oder anderen Drogen abhängig wird, wird einige Entzugserscheinungen erleben, sobald der Konsum eingestellt wird. Art und Schweregrad dieser Symptome hängen von der jeweiligen Substanz und dem Grad der Abhängigkeit ab. Bei bestimmten Substanzen wie Opioiden, Alkohol und anderen sedierenden Medikamenten können Medikamente verwendet werden, um die Entzugssymptome während der Drogen Entgiftung zu lindern. Als allgemeine, substanzspezifische Entzugssyndrome können auftreten:

  • Opioide: Schmerzen, Fieber, Schwitzen, Schüttelfrost und Magen-Darm-Beschwerden (d. h. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) 
  • Alkohol: Zittern, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit sowie schwerere Entzugssymptome wie Halluzinationen, extreme Verwirrung und Krampfanfälle
  • Benzodiazepine: Kann ähnlich verlaufen wie bei der Alkohoentgiftung, doch können Betroffene akute Angstzustände, Halluzinationen oder Krampfanfälle erleiden
  • Stimulanzien: Körperlich oft weniger anstrengend, es kann aber zu Müdigkeit, Depression, Unruhe, verlangsamten Körperbewegungen und Verlangen nach Stimulanzien kommen.

Auch wenn die Entgiftungstherapien von Einrichtung zu Einrichtung variieren, folgen viele im Großen und Ganzen entweder einem sozialen oder einem medizinischen Entgiftungskonzept.

Die soziale Entgiftung fokussiert sich stärker auf die zwischenmenschliche Unterstützung bei der Bewältigung des Entzugs und der frühen Genesung. Dies sind in der Regel Kurzzeittherapien, die nicht medizinisch ausgerichtet und möglicherweise keine Medikamente für das Entzugsmanagement anbieten. Medizinische und pflegerische Leistungen können bei diesem Modell sehr unterschiedlich sein.

Im Gegensatz dazu werden bei medizinischen Entgiftungsprogrammen Medikamente zur Behandlung des Entzugs von Substanzen wie Alkohol und Opioiden eingesetzt. Solche Entgiftungstherapien können Entzugskomplikationen oder, wenn der Bedarf an intensiveren Leistungen entsteht, erleichtern.

Eine Drogen Entgiftung kann entweder stationär oder ambulant durchgeführt werden.

Auch wenn die Entgiftungstherapien von Einrichtung zu Einrichtung variieren, folgen viele im Großen und Ganzen entweder einem sozialen oder einem medizinischen Entgiftungskonzept.

Die soziale Entgiftung fokussiert sich stärker auf die zwischenmenschliche Unterstützung bei der Bewältigung des Entzugs und der frühen Genesung. Dies sind in der Regel Kurzzeittherapien, die nicht medizinisch ausgerichtet und möglicherweise keine Medikamente für das Entzugsmanagement anbieten. Medizinische und pflegerische Leistungen können bei diesem Modell sehr unterschiedlich sein.

Im Gegensatz dazu werden bei medizinischen Entgiftungsprogrammen Medikamente zur Behandlung des Entzugs von Substanzen wie Alkohol und Opioiden eingesetzt. Solche Entgiftungstherapien können Entzugskomplikationen oder, wenn der Bedarf an intensiveren Leistungen entsteht, erleichtern.

Eine Drogen Entgiftung kann entweder stationär oder ambulant durchgeführt werden.

Stationäre Drogenentgiftung

Stationäre Behandlungseinrichtungen bieten eine 24/7-Überwachung und Unterstützung. Die Entgiftung Drogen Klinik eignet sich insbesondere für Betroffene, bei denen die Gefahr eines schweren oder komplizierten Entzugs besteht, die unter psychischen Problemen leiden oder körperliche Erkrankungen haben, die während des Entzugs behandelt werden müssen. Einige stationäre Entgiftungsprogramme gibt es in Krankenhäusern, andere wiederum in speziellen Rehakliniken. Bei medizinisch überwachten stationären Entgiftungsprogrammen sind immer Krankenschwestern und -pfleger vor Ort. Ärzte sind zumindest telefonisch 24 Stunden am Tag erreichbar, aber auch regelmäßig in der Drogen Klinik erreichbar. Stationäre Entgiftungsprogramme unterscheiden sich sehr stark darin, wie viel Aufsicht und Kontrolle Patienten dort erhalten. Bei einigen dieser stationären Entgiftungsprogramme liegt der Schwerpunkt eher auf der sozialen Entgiftung als auf dem Einsatz von Medikamenten zur Bewältigung des Entzugs.

Teilstationäre Drogenentgiftung

Tageskliniken können für Menschen mit leichten bis mittelschweren Entzugssymptomen ein angemessenes Maß an Betreuung bieten. Einige Entgiftungsprogramme in Tageskliniken werden als intensive ambulante Programme eingestuft, bei denen die Teilnehmer mindestens mehrere Stunden pro Woche zusammenkommen. Tagesklininken bieten dieselben Untersuchungen, Überwachungen und Interventionen wie stationäre Programme. Dafür ermöglichen es Tageskliniken den Patienten nachts nach Hause zu gehen und manchmal auch weiter zur Arbeit oder zur Schule zu gehen, während sie behandelt werden. 

Ambulante Drogenentgiftung

Eine ambulante Entgiftungstherapie ist für bestimmte Patienten und Umstände eine geeignete Option und beinhaltet regelmäßige Besuche in einer Arztpraxis oder Klinik zur Überwachung während der Entgiftung. Hierzu muss gewährleistet sein, dass sich der Betroffene in einem gut unterstützten Umfeld befindet und ein geringes Rückfallrisiko hat. Generell ist sie jedoch nicht für die akute Entgiftungsphase geeignet.