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Bearbeitet & klinisch überprüft vom THE BALANCE Team
Fakten geprüft

Das Betty Ford Zentrum in Kalifornien ist weltweit bekannt als Entzugsklinik zur Behandlung von Suchtkrankheiten, wie z. B. Drogenabhängigkeit, Alkoholismus oder auch Medikamentenabhängigkeit. Es liegt nur nahe, dass die My Way Betty Ford Klinik in Deutschand sich einen ähnlichen Namen als Querverweis gegeben hat und sich als beste Suchtklinik in Deutschland erweist.

In der Medizin werden Erkrankungen in sogenannte Haupterkrankungen und Nebenerkrankungen unterteilt. Haupterkrankungen liegen immer einer organischen Ursache zugrunde, wie beispielsweise eine Schilddrüsenerkrankung. Da Organe miteinander verbunden sind, kann es zu sogenannten Nebenerkrankungen kommen. Im Fall einer Schilddrüsenerkrankung könnte die sekundäre Erkrankung sich am Herzen oder den Nieren niederschlagen.

Suchtkrankheiten werden medizinisch betrachtet als Haupterkrankung betrachtet, da Süchten keine andere körperliche Erkrankung zugrunde liegt. Beispielsweise wird keiner süchtig, weil er sich ein Bein gebrochen oder Diabetes hat.

Fälschlicherweise nehmen viele Menschen an, dass Schicksalsschläge wie eine schwierige Kindheit oder finanzielle Probleme Suchtkrankheiten auslösen können. Dies ist jedoch nicht der Fall. Suchtkrankheiten werden durch eine Störung im Belohnungszentrum des Gehirns ausgelöst. Suchtmittel haben den Effekt, dass man sich zunächst unter dessen Einfluss besser fühlt. Das Glas Wein kann getrunken werden, wenn es ein positives Ereignis zu feiern gibt. Jedoch kann es auch umschlagen, sodass ein Suchtmittel genommen wird, um genau diesen Effekt bewusst hervorzurufen. Hierzu muss kein zu feierndes Ereignis stattfinden. Ein negatives Ereignis kann das starke Bedürfnis nach diesem besseren Gefühl durch ein Suchtmittel hervorrufen. Das angesprochene Belohnungszentrum im Gehirn signalisiert, dass alles gut ist.

Die Sucht entwickelt sich jedoch sehr schleichend. Vornehmlich wird sie durch wiederholte Einnahme der Suchtsubstanz, sowie wenn dadurch Schaden entsteht und eigene Lebensziele nicht mehr erreicht werden können, charakterisiert. Letztlich kann der Suchtkranke kein normales Leben mehr führen, wobei sein Leben sich nur noch um die Suchtsubstanz dreht.

Eine Sucht ist keine rein körperliche Erkrankung, sondern auch eine der Seele und des Geistes.

Als Auslöser von Suchterkrankungen kann es viele verschiedene Faktoren geben. Forscher haben jedoch festgestellt, dass bei Suchterkrankungen häufig eine genetische Veranlagung zugrunde liegt. Sollten beispielsweise Eltern leicht dem Alkohol verhangen sein, werden Kinder häufig im späteren Leben ebenfalls süchtig nach Substanzen.

So könnte es beispielsweise geschehen, dass jemand seinen Job verliert und daraufhin Depressionen erleidet. Aufgrund genetischer Veranlagung möchte das Belohnungszentrum bedient werden, um sich besser zu fühlen.

Die My Way Betty Ford Klinik entstand in einem ehemaligen Müttergenesungsheim in Bad Brückenau. Es wurde in einer Villa errichtet und im Verlauf der Jahre immer wieder erweitert. 2006 läutete sich jedoch das Ende des Müttergenesungsheims ein. Stattdessen wurde es als My Way Betty Ford Klinik weitergeführt.

Schön Klinik in Deutschland

Mit Einzug der My Way Betty Ford Klinik durchlief das Gebäude umfassende Renovierungen, um Patienten den höchstmöglichen Komfort zu ermöglichen. Die einzelnen Zimmer wirken mehr wie Hotelzimmer als die einer Klinik. Dahinter steckt selbstverständlich auch in Stück Strategie. Mit einer Suchterkrankung braucht ein Patient vor allem ein entspannendes sowie einladendes Ambiente und keine Einrichtung, die an ein kaltes Krankenhaus erinnert.

Die Villa der My Way Betty Ford Klinik liegt in der Nähe eines Kurparks im Sinntal. Die Ruhe der Natur bietet Patienten ein zusätzliches Level an Entspannung.

Betty Ford war einst die First Lady des 38. US-Präsidenten Gerald Ford. Seit den 1960er Jahren nahm sie aufgrund eines eingeklemmten Nervs bereits zur Schmerzstillung Opioide ein. Scheinbar lenkte sie die Zeit im Weißen Haus jedoch ausreichend ab, sodass sie weniger auf solch starke Schmerzmittel angewiesen war. Sobald sie dort mit ihrem Mann auszog, nahm sie wieder vermehrt verschreibungspflichtige Medikamente ein und trank verstärkt Alkohol. Im Jahr 1978 ist ihre Familie interveniert und sie wurde in eine Entzugsklinik gebracht. Dort teilte Betty Ford sie ein Zimmer mit anderen Damen, reinigte Waschräume und nahm an regelmäßigen Therapiesitzungen teil.

Da Betty Ford sich stets durch ihre Authentizität auszeichnete, ging sie nach Überwindung ihrer Suchtprobleme im Jahr 1982 mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit. Sie wusste bereits aus ihren Erfahrungen, als sie schwer an Brustkrebs erkrankte, wie groß ihr Einfluss selbst als ehemalige First Lady war. Es gab zu der Zeit noch keine Entzugskliniken, die sich auf die Behandlung von Frauen spezialisierten. Ihre positiven Erfahrungen eines Entzugs wollte sie mehreren Menschen – vor allem Frauen – zugänglich machen und errichtete daraufhin das Betty Ford Center bei Palm Springs auf einer Ranch.

Obschon es auf den ersten Blick den Eindruck schenken mag, steht die My Way Betty Ford Klinik nicht in Zusammenhang mit dem Betty Ford Center in den USA. Die einzigen Gemeinsamkeiten sind ein ähnlicher Name und die Tatsache, dass es sich ebenfalls um eine Entzugsklinik handelt. Jedoch wird an der My Way Betty Ford Klinik ein etwas anderer Ansatz zur Behandlung folgender Suchtkrankheiten verfolgt:

  • Alkoholsucht einschließlich Entgiftung und Entwöhnung
  • Drogensucht wie Kokain, Opiate, Cannabis und Amphetamine
  • Medikamentensucht durch Schlaf- und Schmerzmittel sowie Benzodiazepin
  • Behandlung von Begleiterkrankungen wie Psychosen, Traumata, Ängste, Burnout, Persönlichkeitsstörungen und Depressionen

Bekanntlich greift eine Sucht mehrere Ebenen des Seins an. Suchtsubstanzen wirken sich negativ auf den Körper aus, doch wird eine Sucht häufig von begleitenden psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Traumata oder Ängste begleitet.

Die My Way Betty Ford Klinik setzt aus diesem Grund auf ein ganzheitliches Konzept, das sich an ausländischen sowie nationalen Therapiemodellen orientiert. Im Fokus steht bei der My Way Betty Ford Klinik der Patient mit seiner Individualität. Die drei außerordentlich qualifizierten Fachärzte und 13 Therapeuten wissen, dass es bei der Behandlung von Süchten kein ‘One Size Fits All’-Modell gibt. Weiterhin wirken sich Süchte ebenfalls in das unmittelbare Umfeld aus, sodass die My Way Betty Ford Klinik auch die Familie und Partner in die Therapie mit einbezieht.

Die Entzugsklinik hat sich selbst sehr hohe Qualitätsstandards auferlegt und arbeitet eng mit der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) zusammen. Alle drei Jahre nimmt die Privatklinik freiwillig an einem Qualifizierungsverfahren der BAR teil. Sie ist eine zur Entgiftung zugelassene Klinik gemäß § 107 I SGB V und ebenfalls eine offizielle Rehaklinik. Das Arztteam steht in der My Way Betty Ford Klinik 24 Stunden im Bereitschaftsdienst.

In die My Way Betty Ford Klinik wird ein Suchtkranker nicht zwangsweise eingewiesen, wie es bei anderen Therapiekliniken der Fall ist. Sie setzt vor allem auf Selbstverantwortung, sodass ein Patient nicht unbedingt die Einweisung eines Arztes benötigt. Die Privatklinik ist telefonisch 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr  zur Terminabsprache erreichbar und bietet sogar zu Feiertagen Sofortaufnahmen an. Falls ein Patient den Weg selbstständig nicht bestreiten kann, bietet die My Way Betty Ford Klinik einen Abholservice an. Aufgrund Ihrer Qualifizierungen kann die Entzugsklinik auch Patienten in intoxiniertem Zustand aufnehmen.

Während des Aufenthaltes sind bei der Betty Ford Klinik Besuche erlaubt, was bei zahlreichen anderen Kliniken nicht der Fall ist. Stationspatienten können sich sogar einen Laptop sowie weitere Geräte mitbringen, falls Sie beruflich Ihrem Leben nicht ganz vorübergehend den Rücken kehren können.

Grundsätzlich setzt die My Way Betty Ford Klinik einen Zeitraum von vier Wochen für einen Aufenthalt an. Dieser gestaltet sich mit ergänzenden Therapieangeboten. Jedoch ist bei Drogen- und Medikamentenabhängigkeiten unter Umständen mit einem etwas längeren Aufenthalt rechnen.

My Way Betty Ford wählt vier Wochen als Therapiezeitraum aus, da sich diese Zeit diskret als Kuraufenthalt gestalten lässt. Die Zeit mag als sehr kurz erscheinen, doch ist er dafür mit intensiven Therapiesitzungen ausgelegt.

Grundsätzlich lassen sich die vier Wochen folgendermaßen aufteilen:

  • 1. Woche: Analyse der Suchtursachen und festlegen von Therapiezielen.
  • 2. Woche: Körperliche und psychische Stabilisierung mit konkreterem Setzen von Therapiezielen.
  • 3. Woche: Behandlung von Problemen einschließlich Ersuchen von Lösungswegen. Hierbei wird auch die Familie einbezogen sowie begleitende Erkrankungen behandelt.
  • 4. Woche: Vorbeugen von Rückfällen und weitere Behandlung von Begleiterkrankungen.

Selbstverständlich werden die körperlichen Entzugserscheinungen stationärer Patienten engmaschig überwacht sowie medikamentös mit neuesten Therapien behutsam unterstützt. In der Woche finden täglich eine Einzeltherapie mit den professionellen Therapeuten und eine Gruppentherapie statt. Das Wochenende steht in der besten Suchtklinik zur freien Verfügung, das vielfältig in der umliegenden Natur gestaltet werden kann.

Der Entzug kann in der My Way Betty Ford Klinik mit zahlreichen weiteren Angeboten ergänzt werden, die jeder stationäre Patient individuell seiner persönlichen Therapie hinzufügen kann. Darunter befinden sich unter anderem:

  • Familienaufstellungen
  • Achtsamkeitstraining
  • Techniken zur Stressbewältigung
  • Kreativtherapie
  • Techniken zur Entspannung
  • Therapeutische Filmangebote
  • Gedächtnistraining

Darüber hinaus kann der Aufenthalt zusätzlich mit produktiven Kursen abgerundet werden, wie PC- und Sprachkurse. Die My Way Betty Ford Klinik kann jedoch auch weitere Kurse individuell nach Bedarf zur Verfügung stellen.

Die Suchtklinik hat sich deutschlandweit mit versierten Therapeuten vernetzt, sodass auch in der Nähe Ihres Wohnorts eine anschließende ambulante Therapie erfolgreich umgesetzt werden kann. Meistens ist der Anschluss an einen Therapeuten in der Nähe innerhalb von vier Wochen bereits geregelt. Als ergänzenden Baustein empfiehlt die My Way Betty Ford Klinik die Teilnahme an Selbsthilfegruppen, wie Anonyme Alkoholiker. Eine Kontaktliste zu bundesweiten Selbsthilfegruppen erhält jeder Patient zum Abschluss seines Aufenthalts in der Entzugsklinik.

Darüber hinaus bietet die Klinik auch Intervalltherapien an. Diese beinhalten einen einwöchigen Aufenthalt, der ab vier Wochen nach der Entzugstherapie in Anspruch genommen werden kann. Da Patienten gerne mit einem bekannten Ansprechpartner als Therapeuten sprechen, bietet die My Way Betty Ford Klinik auch eine telefonische Nachsorge sowohl in Intervallen als auch in Notfällen an.