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Fakten geprüft

Das Neglect Syndrom ist ein neuropsychologischer Zustand, der nach einem Schlaganfall auftreten kann. Es handelt sich bei der Aufmerksamkeitsstörung wahrscheinlich um die kurioseste Folgeerscheinung des Schlaganfalls, bei dem die Betroffenen eine Körperhälfte vernachlässigen und die Sinnesfunktionen dieser Seite nicht mehr adäquat wahrnehmen, ohne dies jedoch selbst zu bemerken. Daher sprechen Neurologen auch vom Neglect Phänomen. Die häufigste Form ist das visuelle Neglect. Neurologischer Neglect kann zwar laut medizinischer Statistik von selbst wieder verschwinden, doch ist in vielen Fällen eine Behandlung notwendig, um die Symptome in den Griff zu bekommen. 

Wir berichten in diesem Artikel alles über das Neglect Syndrom, von Heilungschancen über Symptome bis hin zur Behandlung.

Das Wort Neglect leitet sich vom lateinischen neglegere = vernachlässigen oder übersehen ab. Das Neglect-Syndrom ist eine Verhaltensstörung, auch bekannt als unilaterales Neclect-Syndrom. Da es sich dabei um eine Nervenkrankheit, daher findet man auch oft die Bezeichnung “neurologischer Neglect”. In der Regel tritt das Syndrom nach einem Schlaganfall auf. Die Betroffenen sind sich weitgehend darüber unbewusst, dass sie eine Anosognosie (Aufmerksamkeitsstörung für eine Körper- bzw. Raumhälfte) aufweisen, was als “hemineglect” bezeichnet wird. Daher spricht man auch vom Hemineglect-Syndrom. 

Der Schlaganfall tritt dabei in der Regel in der rechten Gehirnhälfte, genauer gesagt im rechten, hinteren parietalen Kortex, auf. Dies führt in vielen Fällen zur meist linksseitigen, räumlichen Desorientierung. Die sogenannte räumliche Vernachlässigung bezieht sich auf ein Wahrnehmungs-, Repräsentations- und visuell-räumliches Verhaltensdefizit, wobei die Sensorik und Motorik der einen Körperseite nicht unbedingt in Mitleidenschaft gezogen wird. Dieses interhemisphärische Ungleichgewicht führt dazu, dass die linke Hemisphäre nach der Läsion der rechten Hemisphäre aktiver wird, was zur Aufmerksamkeitsablenkung und zu Augenbewegungen zur rechten Seite hin führt. 

Unterschieden wird bei der räumlichen Vernachlässigung zwischen:

  • Visueller Neglect: Dies ist die häufigste Form, bei der die Patienten eine Hälfte der räumlichen Umgebung vernachlässigen. In der Regel ist es die linke Seite, die nicht wahrgenommen wird. Zum Beispiel essen die Betroffenen nur die Hälfte des Tellers oder stoßen sich an einer Seite des Türrahmens. Beim Lesen und beim Ablesen an Tafeln, Uhr und Anzeigen stellt die einseitige Sicht ein großes Problem dar. Auch was das Einprägen einer zurückgelegten Strecke angeht, kann für die Betroffenen ein Problem darstellen, da der Hinweg plötzlich anders aussieht als der Rückweg. 
  • Personaler Neglect: Die Patienten nehmen bei dieser Art von Neglect nur eine ihrer Körperhälften wahr und waschen, pflegen, schminken oder rasieren sie nicht mehr.
  • Akustischer Neglect: Es handelt sich dabei um eine unerklärliche einseitige Taubheit bzw. einem Problem, jegliche Töne oder Geräusche zu lokalisieren. Oft zeigen die Patienten keine Reaktionsfähigkeit, wenn man sie von der betroffenen Seite anspricht.
  • Somatosensibler Neglect: Eine Seite des Körpers fühlt sich taub an. Sensorische Reize, wie Berührungen, Schmerzen und Verletzungen werden auf dieser Körperseite nicht wahrgenommen. 
  • Motorischer Neglect: Die Betroffenen verhalten sich, als wäre eine Seite des Körpers gelähmt. Sie ziehen zum Beispiel beim Treppensteigen das Bein der betroffenen Seite hinter sich her oder benutzen nur eine Hand, um nach etwas zu greifen. 

Eine negative Begleiterscheinung des Neglect-Syndroms ist die emotionale Dysfunktion und somit erfahren die Betroffenen eine Beeinträchtigung im normalen Umgang mit Emotionen, die meist zu gesellschaftlich oder situativ unangemessenen Reaktionen führt. Dabei ist mit starken Stimmungsschwankungen, Aggressionen oder Gefühlshemmungen zu rechnen. 

Eine strukturelle und funktionelle Störung im Gehirn verursacht die räumliche Verzerrung. Der primäre pathologische Prozess, der für diese neuropsychologische Störung verantwortlich ist, ist ein hemisphärischer Schlaganfall, der insbesondere die nicht dominante zerebrale Hemisphäre betrifft, die häufig die rechte Gehirnhälfte darstellt. Die Vernachlässigung ist hauptsächlich auf den Verschluss im Bereich der rechten mittleren Hirnarterie zurückzuführen, der im akuten Stadium bei etwa 80 % der Patienten zu Orientierungslosigkeit führen kann. 

Neglect Phänomen: Weitere Ursachen

Andere Ursachen können traumatische Hirnverletzungen, Neoplasien und die Bildung von Aneurysmen im zerebralen Kreislauf sein. Neurodegenerative Erkrankungen, wie z.B. Demenz verursachen in der Regel seltener die Vernachlässigung.

Es ist möglich, dass die Neglect-Symptome nach einem Schlaganfall wieder von selbst verschwinden. Dies kann ein paar Wochen dauern. Das Vorhandensein eines räumlichen Neglect nach dieser Zeit weist jedoch auf eine schwere Prognose in Bezug auf die langfristige unabhängige Funktionsfähigkeit des Patienten hin. Man schreitet jedoch in der Neglect-Therapie immer weiter voran und behandelt die neurologische Krankheit in der Regel mit Medikamenten und Therapien. 

Das Problem bei der Therapie ist, dass Patienten mit dem Neglect-Phänomen auf einer Körperseite gar nicht auf äußere Reize (visuell, auditiv und ästhetisch oder somatosensorisch) reagieren. Im alltäglichen Leben sind wir jedoch auf die Wahrnehmung und Reaktion bezüglich äußerer Reize sowie räumlicher Darstellung angewiesen, um interagieren zu können. Dies erschwert die Teilnahme an einer Neglect-Therapie oder bzw. einem angemessenen Rehabilitationsprogramm. Es ist daher empfehlenswert, dass Angehörige und Pflegepersonal in die Behandlung miteinbezogen werden.

Nach der Diagnose und der Ursachenfindung durch Computertomographie, EEG, fMRT, Kernspinntomographie, Hör- und Sehtests sowie Wahrnehmungsaufgaben zur Linienhalbierung, Such- und Durchstreichen, Lesetests und spezielle Neglect-Übungen, bei denen die Patienten zeichnen,  wird in der Regel in einem medizinischen Fachbereich für Neurologie und Neuropsychologie die Neglect-Therapie eingeleitet. 

Wenn neurologischer Neglect nach Wochen des Schlaganfalls bestehen bleibt, so werden folgende Reha-Therapiemaßnahmen, teilweise aus der Ergotherapie, eingesetzt, die sich nach der Art und Ursache des Neglects richten:

  • Motorische Therapie: Die betroffene Körperseite wird für alltägliche Routinemaßnahmen trainiert. Die Patienten lernen zum Beispiel die betroffene Körperseite wahrzunehmen und einzusetzen. Sie lernen sich auf dieser Seite zu waschen und Gegenstände mit der betroffenen Hand zu halten.
  • Galvanisch-Vestibuläre Stimulation (GVS): Dieser Therapieansatz zielt auf die Anregung des Gleichgewichtssystems mit schwachen, unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegenden, elektrischen Impulsen ab. Die Betroffenen bekommen dabei die Elektroden hinter den Ohren angebracht, welche durch dieses Verfahren stimuliert werden. 
  • Systematisches Training von Augen- und Kopfbewegungen
  • Spezielles portables Gerät für Neglect-Syndrom: Die Betroffenen tragen ein kleines Gerät in der Hosentasche der vernachlässigten Körperseite mit sich, das in unregelmäßigen Abständen einen Ton sendet, den die Patienten mit der vernachlässigten Seite bzw. Hand abstellen müssen.
  • Kontinuierlich verstärkte Nackenmuskelvibration: Man hat herausgefunden, dass die Lockerung des Nackens helfen kann, die Neglect-Symptome zu lindern. Zur Stimulation der Nackenmuskulatur der vernachlässigten Körperseite wird dazu ein bestimmtes Vibrationsgerät eingesetzt. 
  • Prismen-Adaptation: Bei der restaurativen Therapie, bei der Patienten idealerweise 10 Sitzungen in 14 Tagen nach standardisierten Kriterien absolvieren, setzt man sogenannte Prismengläser ein. Mittels der Brille wird der Betroffene dazu veranlasst, die nicht betroffene Seite zu verdunkeln. So sind die Träger gezwungen, nach Reizen in der anderen Hälfte zu suchen. Die Hauptaufgabe von Prismen zur optischen Verschiebung von gesehenen Objekten besteht darin, das Visuelle Bild um etwa 11 Grad in Richtung des Läsionsfeldes zu verschieben.  
  • Neglect-Übungen: Bei der Selbstinstruktionstechnik wird den Betroffenen vermittelt, sich selbst den „Befehl“ zur Berücksichtigung der vernachlässigten Seite zu geben. Sie suchen dazu zum Beispiel beim Schreiben zuerst den linken Zeilenrand oder ihnen werden Hinweisreize auf der betroffenen Seite vermittelt, wie z.B. eine farbige Linie am vernachlässigten Tischrand. 
  • Alternative Neglect-Therapie, wie zum Beispiel: Akupunktur, Feldenkrais, Gartentherapie, Hippotherapie, Hundetherapie, Klangmassagen, Klettertherapie, Kunsttherapie, Musiktherapie, Osteopathie, Segeltherapie oder Waldbaden

Medikamentöse Neglect-Therapie

Es ist noch nicht genau geklärt, ob eine medikamentöse Behandlung zur Besserung der Neglect-Symptome beitragen kann. Die medizinische Erfahrung von überwiegend Einzellfallberichten ergibt, dass der Einsatz von Dopaminagonisten oder noradrenergen Agonisten hilfreich sein kann. Da jedoch auch von Verschlechterungen des neurologischen Neglect durch die Gabe von Dopaminagonisten berichtetet wurde, muss der Neurologe entscheiden, welche Medikamente je nach Ursache und Art der Symptome verabreicht werden können. Eventuell setzt er Mittel zur Konzentrationsförderung ein. 

Für Außenstehende kann es schwer nachzuvollziehen sein, wenn die Betroffenen Gegenstände umstoßen oder sich beschweren, dass sie nicht genug zu essen bekommen, weil sie nur eine Seite des Tellers sehen. Es ist für die Patienten wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, dass die betroffene Seite existiert und beansprucht werden muss.

Die Aufmerksamkeit der Patienten wird durch Wiederholungen geschult. Zum Beispiel können sich die Angehörigen gegenüber der betroffenen, nicht wahrgenommenen Seite des Patienten hinsetzen. Außerdem ist es sinnvoll, den Patienten die Nahrung auch von dieser Seite zu reichen. Wichtige Objekte im Wohnraum sollten zudem immer so hingestellt werden, dass die Betroffenen sie von der betroffenen Seite aus wahrnehmen müssen. Zum Beispiel wird hierzu die Nachttischlampe neben die betroffene Seite gestellt.

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