9 Minuten

Bearbeitet & klinisch überprüft vom THE BALANCE Team
Fakten geprüft

Heutzutage ist die Abhängigkeit von Substanzen eines der größten gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Probleme auf der Welt. Den Hochrechnungen des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) zufolge wurden im Jahr 2018 in Deutschland 103.000 Amphetamin-Abhängige, 41.000 Kokain-Abhängige und 309.000 Cannabis-Abhängige verzeichnet. 

Drogenmissbrauch ist in der Regel mit der Entwicklung einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit verbunden – insbesondere, wenn die Drogen dauerhaft in großen Mengen konsumiert werden. Wenn sich eine Substanzabhängigkeit entwickelt, besteht die Gefahr, dass Menschen beim Versuch zu entziehen unangenehme und gesundheitsbedenkliche Drogenentzugserscheinungen auftreten. Der Drogen-Entzug ist für Abhängige zwar einerseits die schlimmste Hürde, doch andererseits ist er der erste Schritt in ein ganz neues Leben. 

Wir berichten in diesem Artikel alles über den Drogenentzug und die entsprechende Entzugsbehandlung in einer Entzugsklinik.

Der Drogenentzug ist eine körperliche Reaktion auf das plötzliche Beenden oder Herunterfahren des Konsums einer Substanz, von der ein Süchtiger abhängig geworden ist. Der Körper beginnt nach einer gewissen Zeit ohne die Droge mit der körperlichen Entgiftung, was Entzugserscheinungen verursacht. 

Wie bereits erwähnt, ist eines der größten Probleme in der heutigen Welt die Drogensucht, denn Abhängige haben in der Regel eine verringerte Arbeitsleistung und eine erhöhte Bereitschaft zur Kriminalität, da ihnen je nach Substanzabhängigkeit hohe Kosten für die Beschaffung der Droge entstehen. So wird laut medizinischer Statistik etwa die Hälfte aller Straftaten unter Alkoholeinfluss verübt. Die Abhängigkeit hat jedoch auch im sozialen Umfeld schwerwiegende Folgen für die Betroffenen, die sich oft nach einer gewissen Zeit isolieren.

Kalter Entzug: Drogen

Bei abhängigen Menschen entwickeln sich Entzugserscheinungen, wenn die Einnahme der Substanz durch einen „kalten Entzug“ abgebrochen oder die Menge erheblich reduziert wird. Kalter Entzug bedeutet, dass bei der körperlichen Entgiftung keine Medikamente eingesetzt werden, um die Entzugserscheinungen zu lindern. Der kalte Entzug ist zwar kürzer, dafür aber anstrengend, unvollständig und gefährlich. Aus diesem Grund wird beim Drogenentzug der warme Entzug empfohlen. Beim kalten Entzug muss eine ambulante Nachsorge erfolgen, um die Rückfallquote zu verringern.

Warmer Entzug: Drogen

Der „warme Entzug“ ist die angenehmere Form der körperlichen Entgiftung. Er dauert in der Regel 20 Tage, in denen die Entzugserscheinungen medikamentös gelindert werden. In der Regel wird in stationären Kliniken jedoch ein Aufenthalt von 4 bis 6 Wochen empfohlen, um die psychische Abhängigkeit besser in den Griff zu kommen.
Beim warmen Entzug gibt es noch die Sonderform des „Turbo-Entzugs“, wo unter Einwirkung von Narkose die schnelle Entgiftung in 3–4 Tagen durchgeführt wird. Diese Form ist für besonders schwere Fälle der Abhängigkeit gedacht und wird in der Regel durch einen mehrwöchigen Therapieaufenthalt untermauert.

Während des Entzugs versucht der Körper, einen neuen Zustand der Homöostase zu erreichen, indem er sich von allen giftigen Substanzen im Körper reinigt. Dies bedeutet, dass der Körper versucht, sein Gleichgewicht bezüglich physiologischen Körperfunktionen wiederzugewinnen, um z. B. Stabilität des Verhältnisses von Blutdruck, Körpertemperatur, pH-Wert des Blutes usw. zu erreichen. Es kann dabei zu einer temporären Störung in der Chemie des Gehirns kommen, was erhebliche Auswirkungen auf die geistige und körperliche Gesundheit hat. 

Symptome bei Entzug: Drogen

  • Unruhe
  • Appetitlosigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Schwächegefühl
  • Gliederschmerzen
  • Magenkrämpfe 
  • Brechreiz
  • Kreislaufstörungen 
  • Depressive Episoden
  • Massive Temperaturschwankungen
  • Schwere Krampfanfälle
  • Akute Geistesstörungen (Angststörungen, Depression, Paranoia, Delirium usw.)

Besonderheit Kokain und Crack

Es entsteht eine psychische und nur eine geringe körperliche Abhängigkeit bei Kokain. Die negativen Folgen bei chronischem Konsum sind Halluzinationen, Paranoia, Angstzustände, Potenzstörungen, Herzrasen und Verfolgungswahn. Gerade bei einer Entzugstherapie stellt sich eine depressive Stimmung bei den Kokain-Abhängigen ein, was bei der Behandlung zu berücksichtigen ist. 

Bei Crack-Konsumen sind starke körperliche Entzugssymptome zu erwarten und man muss mit teilweise irreparablen Herz-Kreislauf- und Hirnschäden rechnen.  

Besonderheit Cannabis

Es entwickelt sich eine psychische und eine geringe körperliche Abhängigkeit mit geringer Tendenz zur Dosissteigerung. Chronischer Cannabis-Konsum hat neben Schwitzen, Schlaflosigkeit, Gereiztheit auch Teilnahmslosigkeit und Passivität zur Folge. 

Besonderheit Amphetamin und Ecstasy 

Es entsteht eine psychische und eine geringe körperliche Abhängigkeit. Die synthetisch hergestellten Stimulanzien des zentralen Nervensystems werden gerne zur Antriebs- und Leistungssteigerung (Doping) sowie als Appetitzügler eingenommen. Psychische Symptome sind Unruhe, Verfolgungswahn, Depression, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und Schlafstörungen. Körperliche Symptome können wenig Appetit und Blutdruckanstieg sein.

Besonderheit LSD

Es können Angstreaktionen entstehen, die durch negative Wahrnehmungen im LSD-Rausch zustande kommen und über längere Zeit anhalten. Es kann auch zu Flashbacks kommen und der Patient befindet sich plötzlich wieder im LSD-Zustand, obwohl er nüchtern ist. Ebenfalls kann eine Psychose entstehen, bei welcher sich die Wahrnehmung des Betroffenen nicht mehr normalisiert.  

Besonderheit Lösungsmittel wie GHB oder GBL 

Es entsteht eine psychische, aber keine starke körperliche Abhängigkeit. Als körperliche Folgen treten Nervenschädigungen, Herzrhythmusstörungen, Leber- und Nierenschäden sowie Schädigungen der Atemwege auf. GHB und GBL können bei entsprechender genetischer Disposition Epilepsie auslösen.

Durch eine zweigeteilte Behandlung dauert ein Entzug in öffentlichen Einrichtungen oft wesentlich länger als in Privatkliniken. Bei zertifizierten, privaten Suchtkliniken ist in der Regel eine ausreichende Anzahl an Personal zu finden, die bestens erfahren und geschult sind. 

Die komplette Suchtentwöhnung dauert mehrere Wochen, Monate bis Jahre. In dieser Zeit setzen sich die Betroffenen intensiv mit den Sucht-Ursachen auseinander. Die Drogenentzug-Dauer richtet sich jedoch auch nach der Art der Droge, dem Schweregrad der Sucht und ob weitere Erkrankungen, wie zum Beispiel Alkoholismus oder ADHS, bestehen.  

Der körperliche Entzug dauert nur wenige Tage. Generell kann man sagen, dass es beim kalten Entzug zwischen 7 und 14 Tagen dauert, was jedoch an der Art der Substanz liegt. Der warme Entzug, welcher unter Einsatz von Medikamenten zur Linderung der Entzugssymptome stattfindet, dauert um die 20 Tage an.

Allgemeine Richtwerte für die Drogenentzug-Dauer je nach Droge:

  • Opiate/Opioide, wie Heroin, Methadon, Opium: Die Dauer der körperlichen Entzugserscheinungen ist bei Opiaten besonders lang. Die Entzugssymptome bei Heroin fangen ca. 8 Stunden nach dem letzten Konsum an und kommen nach 36 bis 72 Stunden zu ihrem Höhepunkt. Nach maximal 10 Tagen hat der Körper die Substanz dann entgiftet.  
  • Medikamente, wie Psychopharmaka, Schlaf- und Beruhigungsmittel (Barbiturate): 
  • Kokain: Es besteht eine geringe körperliche und eine erhebliche psychische Abhängigkeit. Die Behandlung in einer Drogen-Klinik dauert in diesem Fall, je nach Grad der Sucht und weiterer Erkrankungen bis zu 10 Wochen.
  • Cannabis: Es entwickelt sich eine psychische und eine geringe körperliche Abhängigkeit mit geringer Tendenz zur Dosissteigerung. Die Symptome wie z. B. Schwitzen, Gereiztheit und Schlafstörungen treten meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum auf. Weitere Symptome wie Teilnahmslosigkeit und Passivität können in milder Form bis zu maximal 14 Tagen anhalten. 
  • Halluzinogene Drogen, wie LSD: LSD hat ein sehr geringes Suchtpotential, kann jedoch Menschen abhängig machen, die LSD ca. 6-8 Mal hintereinander eingenommen haben. LSD kann jedoch nicht täglich eingenommen werden, da es bei täglicher Einnahme keine Wirkung zeigt. Wenn sich allerdings eine drogeninduzierte Psychose entwickelt, weil der Betroffene auf LSD “hängenbleibt”, dann kommt eine mehrwöchige Therapie mit stationärem Aufenthalt plus eine ambulante Nachfolgebehandlung in Anbetracht. 
  • Amphetamine und moderne Designerdrogen mit Amphetamin-Anteil, wie zum Beispiel Speed, Crystal Meth, MDMA und Ecstasy: Der Entzug besteht aus einer Entgiftung, Entwöhnung und einer ambulanten Nachsorge. Die Dauer der Behandlung (Entgiftung, Entwöhnung und Nachsorge) liegt überwiegend bei 4 bis 6 Wochen, kann jedoch im individuellen Fall auch länger sein. 
  • Organische Lösungsmittel, wie GHB oder GBL: Bei der Schnüffelsucht beginnt der Drogen-Entzug nach 1 – 6 Stunden der letzten Einnahme. Er kann zwischen 7 und 14 Tage andauern. Das Spektrum der Symptome reicht über milde Verläufe bis hin zu schweren deliranten Beschwerdebildern.
  • Polytoxikomanie (Mehrfachabhängigkeit): Viele Abhängige legen einen Mischkonsum von Alkohol, verschiedenen Drogen und Medikamenten an den Tag. Die Substanzen dienen als Ersatzstoffe gegen die Entzugserscheinungen. Eine Mehrfachabhängigkeit erschwert die Entzugsbehandlung erheblich, welche sich je nach Schweregrad um mehrere Wochen verlängern kann.

Bei der Behandlung einer Suchterkrankung geht es neben dem Entzug darum, die zugrundeliegende Ursache für die Drogensucht zu finden. Der Drogenentzug zu Hause sollte niemals alleine, sondern unter ärztlicher Betreuung durchgeführt werden. Die Drogenentzugstherapie sollte ambulant in der Tagesklinik oder stationär in einer zertifizierten Entzugsklinik durchgeführt werden.

Warum der stationäre Aufenthalt bei einer Suchtbehandlung wichtig ist

Generell wird die stationäre Therapie mit einem mehrwöchigen Aufenthalt in einer erfahrenden Drogenentzug-Klinik empfohlen. Bei einem Drogen-Entzug ist es nämlich besonders wichtig, dass externe Stressoren und Menschen/Dinge, die zum erneuten Konsum verleiten, komplett ausgeschlossen werden. 

Der körperliche Entzug ist für Patienten zwar auch in einer professionellen Drogen-Klinik eine starke Belastung, doch hier können die teilweise lebensgefährlichen Drogenentzugssymptome fachgerecht behandelt werden. Die Patienten werden dort rund um die Uhr betreut. Außerdem kommen Drogenentzug-Medikamente zum Einsatz, welche die Symptome lindern. 

Drogenentzug: Ablauf

In der Regel besteht der Entzug bei einer zertifizierten Entzugsklinik aus mehreren Teilen, welche die medizinische Betreuung, Psychotherapie, gesunde Ernährung, körpertherapeutische Maßnahmen, Einzel- und Gruppensitzungen mit einschließt.

Die verschiedenen Teile gliedern sich in der Regel in mehrere Phasen:

  • Kontakt– und Motivationsphase
  • Entgiftungsphase (körperliche Symptome)
  • Entwöhnung (psychische Symptome) und Rehabilitation

Drogenentzug: Medikamente

Die von Drogensüchtigen am schlimmsten empfundenen Suchtsymptome sind die depressiven Episoden, Nervosität und die extreme Kraftlosigkeit. Aus diesem Grund werden Medikamente verabreicht, welche die Linderung von Unruhe, Schlafstörungen, Depression und Antriebslosigkeit bewirken. In der Regel handelt es sich um Antidepressiva. Im Falle von zum Beispiel Verwirrtheit, Psychosen, Wahnvorstellungen werden Neuroleptika verschrieben. 

Private Drogenentzugsklinik: Kosten

Die Höhe der Kosten in einer Privatklinik hängen von der Einrichtung selbst, sowie von der Dauer der Entziehungskur, der Art der Unterbringung und dem gebuchten Leistungsumfang ab. Viele Kliniken rechnen mit einem Tagessatz ab, doch es gibt auch Kliniken, die pauschal für den gesamten Zeitraum abrechnen.

An dieser Stelle sind entsprechende Beispiele zertifizierter Entzugskliniken die Betty-Ford-Klinik in Deutschland, welche für die 28-tägige Entzugsbehandlung 14.000 € verlangt und die Privatklinik Lifespring in Bad Münstereifel mit einer Tagespauschale von 600 €.

In der Regel leiden viele Drogensüchtige nicht nur unter der Drogensucht selbst. Die Ursache für die Sucht liegt möglicherweise in einer unerkannten, zugrundeliegenden ADHS oder in einem Kindheitstrauma. In einer entsprechenden Klinik für Psychotherapie und Entzugsbehandlungen können alle aktuellen Leiden parallel und intensiv behandelt werden.

Die zertifizierte Luxusklinik für Psychotherapie The Balance mit ihrer 5 Sterne-Residenz auf Mallorca bietet ein besonders breit gefächertes Therapieprogramm, das genau auf die Patienten zugeschnitten ist. Es steht ein Expertenteam zu Verfügung, das rund um die Uhr anwesend ist. Der Heilungsprozess in einer privaten, zertifizierten Entzugsklinik, die gleichzeitig Luxus und Erholung bietet, ist einerseits schneller und andererseits nachhaltiger, denn die Rückfallquote wird durch das ganzheitliche Programm enorm verringert.

Der Behandlungsplan von The Balance enthält alle diagnostischen und therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten mit Psychotherapie, biochemischer Wiederherstellung, Kreativ- und Entspannungstherapie. Außerdem erhält der Patient einen speziellen Ernährungsplan mit Privatkoch und kann zur Entspannung Freizeitaktivitäten auf Mallorca mit eigenem Chauffeur planen.