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Die systemische Therapie bzw. die systemische Familientherapie – die noch in verschiedene Unterformen unterteilt ist – setzt auf der Theorie der Kommunikation und der Systeme der Kybernetik sowie dem sozialen Zusammenhalt auf. Die ursprüngliche Entwicklung dieses therapeutischen Ansatzes liegt in den 1950er-Jahren in den USA. In Deutschland wurde sie für alle Zielgruppen als ein zuverlässigen Richtlinienverfahren anerkannt. Die systemische Therapie behandelt nicht Störungen einzelner Menschen, sondern des gesamten Umfelds.

Eine systemische Therapie/Familientherapie setzt immer an der Betrachtung des Ganzen an, nicht aber einer Betrachtung einer einzelnen Person. Sie kann als eine Familientherapie eingesetzt werden oder als eine Therapie, die zwischen Menschen erfolgen – wie den Freundeskreis oder unter den Kollegen. Mit der systemischen Therapie und der Psychosomatik – dem Verlauf von physischen Vorgängen bei der Entstehung von Krankheiten – ist es möglich, Erkrankungen zu behandeln, die psychische, soziale oder körperlichen Leiden – zu behandeln. Über die systemische Therapie und die Psychosomatik wird eine interaktive und gleichzeitig prozessorientierte Diagnostik wird diese Behandlungsform nach dem Regelkreis bedingt dargestellt.

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Dieser Einsatz der systemischen Therapie/Familientherapie sorgt für einer psychosomatischen Interaktionen zwischen Geist und Körper. Eine solche Interaktionen kommt es über die Information, Interaktion, Rückkopplung und Selbststörungen zustande. Gleichzeitig wird gewollt oder ungewollt ein bewusstes Erleben eines Menschen, sowie seine körperlichen Prozesse und Verhalten entwickelt. Mithilfe der Anwendung der systemischen Therapieformen gemeinsam mit der Psychosomatik behandelt außerdem nicht nur den Patienten selbst, sondern die Auswirkungen auf das direkte Umfeld des Erkrankten mit einbezogen und beeinflusst. Sie integriert Beziehungen, Geist und Körper und nutzt diese für eine Therapie mit Patient, Familie und Gesellschaft das gesamte Umfeld.

Mit einer Familientherapie lassen sich ein breites Spektrum an Störungen behandeln. Dabei werden ganz unterschiedliche psychische und physische Krankheitsbilder mitsamt ihrer Symptome angegangen. Der klare Fokus liegt allerdings klar darauf, beziehungsnahe Strukturen zu verändern, die als eine hauptsächliche Ursache die Beziehungen betrachten. Durch die Unterstützung von verschiedenen Ressourcen, mit denen teils schwere psychische und körperliche Erkrankungen, wobei an dieser Stelle einige Beispiele genannt werden:

  • Psychotische Störungen
  • Angst- und Zwangsstörungen
  • Schwere chronische Erkrankungen wie Krebs
  • Demenz
  • Chronische Beziehungsprobleme
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Essstörungen

Neben einer Behandlung von Erwachsenen, die von den genannten Erkrankungen betroffen sind, können auch Kinder und Jugendliche über eine systemische Therapie ihren Zustand bedeutend verbessern und erhalten damit innerhalb kurzer Zeit eine erhöhte Lebensqualität.

Die Anwendung von systemischen Sichtweisen und Techniken der Intervention liegt in der Medizin auf Bereichen, die die Strukturen der Gesundheitsvorsorge aufbauen und zu einer Besserung von psychischen Erkrankungen beitragen können. Insgesamt können die drei folgenden Prinzipien unterschieden werden:

  • Zusammenfügung von körperlichen und seelischen Faktoren bei Diagnostik und Therapie
  • Vertraute Zusammenarbeit von Therapeut, Patient und dessen Familie
  • Integration von Spezialisten aus Medizin, Psychologie und Sozialtherapie

Um erfolgreich therapieren zu können, müssen die Therapeuten und Psychologen in der Lage sein, interdisziplinäre Behandlungsgruppen zusammenzusetzen. Durch diese Herangehensweise kann es erreicht werden, dass der Therapeut mit dem Patienten und seiner Familie Ängste nehmen und mehr Lebensqualität geben können.

Die systemische Therapie setzt nicht nur auf die einseitige Diagnostik und Behandlung des menschlichen Organismus, denn es werden auch die Psyche und der Körper der Betroffenen mit betrachtet und optimiert. Therapeutisch hilft eine gesteuerte psychosomatische und seelischen Problemen wegen körperlichen Erkrankungen, eine rückwirkende Intervention in die Therapie. Dies wird durch die Aktivierung von Erinnerungen und der Erarbeitung von stabilen, psychischen Konstrukten erreicht:

  • Stärkung des Selbstwertgefühls und Autonomie
  • Festigung des Zusammenhalts im Lebensverbunds
  • Regelmäßige Kommunikation
  • Ermittlung der schädigenden Beziehungsmustern
  • Lösung von bestehenden Konflikten

Es werden unterschiedliche Techniken angewendet wie die paradoxe Intervention in Form der Symptomverschreibung. Die Mitglieder des Systems – meistens die Familie oder Partner – sollen den üblichen Streit nun zu einem bestimmten Zeitpunkt oder aber in einer bestimmten Situation durchführen, um die Situation „nachzuspielen“. Dies führt in der Regel zu einem Durchbrechen des üblichen Verhaltensmusters.  All diese Techniken und noch mehr finden in der systemischen Therapie erfolgreiche Anwendung.

Auch wenn bei einer systemischen Therapie grundsätzlich die gleichen körperlichen und psychischen Ziele verfolgt, können verschiedene Techniken und Methoden eingesetzt werden. Mit ihrer Hilfe sollen unterschiedliche, teils eingefahrene Sichtweisen und das Verhaltensmuster aus dem Gleichgewicht kommen, und damit Änderungen anzustoßen. Bei diesen Methoden geht es immer darum, die Systeme und Lebensumstände der Beteiligten genauer zu verstehen und schließlich zu verändern. Dies sind die typischen Methoden der systemischen Therapie:

  1. Systemische Einzeltherapie

Die systemische Einzeltherapie gehört zu den Familientherapien, ist aber nicht an eine bestimmte Durchführung gebunden. Basis ist das systemische Verständnis von Beschwerden, der therapeutischen Haltung und Techniken. Dabei sollte der Therapeut den betroffenen Patienten allein behandelt werden.

  1. Systemische Paartherapie

Bei der systemischen Paartherapie handelt es sich um anerkannte psychotherapeutische Verfahren. Dabei ist der soziale Zusammenhang extrem wichtig, zudem wird die systemische Paartherapie besonders häufig zur Vorbeugung und zur Rehabilitation bei psychischen Erkrankungen oder Störungen eingesetzt.

  1. Systemische Familientherapie

Eine systemische Familientherapie ist lösungsorientiert aufgebaut und soll als eine Art „Hilfe zur Selbsthilfe“ verstanden werden. Sie dient dazu, möglichst zeitnah eine Besserung zu erreichen, dass die Verhaltensmuster, Umgangsformen und ungeschriebene Regeln bzw. die Familie direkt beobachtet.

  1. Systemische Gruppentherapie

Die systemische Gruppentherapie schafft soziale Dynamik und erreicht die Therapie die Möglichkeit, dass Patienten mit ihren aktuellen Gefühlen, Verhaltensweisen und Ursachen – die oft bis weit in die Kindheit zurückreichen – sodass er für sich günstigere Verhaltensmuster entwickeln kann.

Die Therapien werden von systemischen Therapeuten begleitet. Diese systemischen Therapeuten haben die Aufgabe, die Beziehungsstrukturen und Muster innerhalb eines Systems zu verstehen. Dabei wird ermittelt, welcher Teilnehmer welche Rolle einnimmt und aus welchem Grund sich eine Person sich auf eine bestimmte Weise verhält. Dabei setzt der systemische Therapeut auf die bestehenden Ressourcen, die im System vorhanden sind. So sollen ungünstige Verhaltensmuster vermittelt und verändert werden. 

Um eine effektive Behandlung von psychischen Störungen durchzuführen, ist es auch die Aufgabe des systemischen Therapeuten, welche Symptome sich zeigen. Dies kann zur Änderung der Lebenssituation des Erkrankten sowie einer Veränderung des gesamten Lebens führen – beispielsweise, wenn der Patient Depressionen hat, die dazu führen, dass enge Familienmitglieder sich nicht selbstständig machen, sondern stattdessen beim erkrankten Familienmitglied bleiben. Zudem setzt der systemische Therapeut spezielle Gesprächs- und Fragetechniken an:

  1. Zirkuläres Fragen zur Ermittlung von Gedanken, Meinungen und Gefühlen anderer Mitglieder, mit denen sich die Betroffenen in die andere Person hineinversetzen kann.
  2. Fragen nach Ressourcen erweitern den Blick auf die Verhaltensweisen und nimmt die erfolgreichen Lösungsmöglichkeiten und die in den Fokus.
  3. Skalierungsfragen dienen der Gewichtung des Problems. Im Verlauf lassen sich sogar Fortschritte und Unterschiede der Probleme feststellen. 
  4. Über den Einsatz von Wunderfragen kann der Patient Lösungsmöglichkeiten erkennen und annehmen. Mit ihrer Hilfe kann er die Probleme klären.
  5. Hypothetische Fragen beziehen sich auf „Was wäre, wenn“-Fragen, die den Betroffenen die Chance geben, ihre Verhaltensmuster und nach Lösungen zu suchen.

Neben zu den Fragen können noch andere Lösungsansätze verwendet werden, mit deren Hilfe eine Besserung herbeigeführt werden könnte. Dazu gehört beispielsweise die paradoxe Intervention, die Patienten auffordert, widersprüchlich zu handeln. Ein weiterer Ansatz ist das Reframing, einer Methode, mit der die Probleme neu interpretiert werden können. Wichtig ist auch die eigene Geschichte des Patienten sowie das Einhalten von immer den gleichen Ritualen, um mehr Struktur in den Tag zu bringen. 

Bei einer systemischen Aufstellung wird jedes System, das in einer Beziehung stehen, wie Familie, Gruppen, Kollegen oder Organisationen sowie die Ursachen und Gründe für Konflikte, Erkrankungen, Symptome und Fragen zu bestimmten Lebensumständen aufzustellen. Diese Lösung kann anschließend verinnerlicht werden, sodass der ausgearbeitete Lösungsansatz zu manifestieren, wodurch die positiven, eigens entwickelten Neuansätze und Ressourcen zu verwenden und mit ihnen zu arbeiten.

Zum Abschluss der therapeutischen Sitzung wird eine sogenannte Abschlussintervention – vergleichbar mit einer Empfehlung oder einer abschließenden Kommentar – in der eine kurze Zusammenfassung der therapeutischen Sitzung erstellt wird. Außerdem erhält jeder Therapierte eine Hausaufgabe, mit der er seine Aufgaben zielgerichtet auch zuhause durchführen kann. Die Patienten können damit experimentieren und ihr Verhalten selbst beobachten. Dabei sollen sich die gegenseitigen Verhaltensmuster des Systems verändert werden.

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