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Bearbeitet & klinisch überprüft vom THE BALANCE Team
Fakten geprüft

Der Drogenkonsum wird dadurch gekennzeichnet, dass Süchtige dauerhaft den Zwang verspüren, bestimmte chemische – wobei es sich sowohl um einen besonderen als auch um mehrere Stoffe gleichzeitig handeln kann – sind aber als Genussmittel für Betroffene irrelevant. Zu solchen Mitteln gehören keine Nahrungsmittel und sie sind auch nicht lebensnotwendig für die Patienten. Damit die Süchtigen ihr normales Leben zurückbekommen, muss zumeist eine therapeutische Unterstützung in einer Klinik durchgeführt werden.

Grundsätzlich kann eine Langzeittherapie bei der Behandlung einer Drogensucht auf mehreren Ebenen durchgeführt werden. Die Dauer der Therapie hängt dabei in den meisten Fällen mit der Problematik bzw. der Suchtgefahr und der Schwere der Sucht zusammen. Leichte Suchtsymptome werden generell ambulant – also durch die Behandlung durch den Hausarzt – statt stationär behandelt. Im kritischen Fall erfolgt der Entzug in einer therapeutischen Klinik. Dabei versteht man unter einer Langzeittherapie eine medizinische Behandlung, die über einen längeren Zeitraum – grundsätzlich mehrere Wochen – erfolgt. Insgesamt umfasst eine solche Therapieform grundsätzlich sechzig Therapieeinheiten, wobei jede Therapiestunde etwa fünfzig Minuten dauert. Die therapeutische Herangehensweise wird zudem in mehrere Schritte unterteilt, wobei Kur- bzw. REHA-Kliniken 

  1. den Entzug der Drogen nicht kalt, sondern warm durchzuführen. Im warmen Entzug, bei dem der Drogenentzug stationär zu gestalten. Um die möglichen Nebenwirkungen abzumildern, werden Medikamente hinzugegeben.
  2. in Deutschland eine REHA-Behandlung in Fachkliniken zu machen. Allerdings liegt hier ein massives Rückfallrisiko vor, zumal bis zu Beginn der Therapie noch ein hoher Suchtdruck – auch „Craving“ genannt – vor.

Generell geht der stationäre Drogenentzug in einer Suchtklinik gegen der körperliche Entzug und die psychische Entwöhnung immer Hand in Hand. Die Organisation wird einheitlich gestaltet, der Patient sowie seine medizinischen Betreuer arbeiten gemeinsam in der gleichen Institution, wodurch die Behandlungsdauer wesentlich verkürzt werden kann. Speziell private REHA-Anstalten eignen sich besonders gut für die Therapie.

Doch viele fragen sich, wie Drogenabhängige wieder clean werden – und damit in ihr eigenes Leben zurückfinden. Zunächst erfolgt der physische Entzug, wobei dies mit ärztlicher Überwachung erfolgen muss. Parallel erhalten die Süchtigen Medikamente, mit denen sie Symptome wie Schmerzen oder Depressionen lindern können. 

Die Suchtkranken müssen durch die psychische Entwöhnung begleitet werden. Dazu gehören individuell abgestimmte Behandlungskonzepte und Maßnahmen im Rahmen einer Psychotherapie und gegebenenfalls eine weiterführende Medikation. Auch die Aufarbeitung individueller Faktoren, wie zum Beispiel psychische Erkrankungen, die überhaupt erst zur Suchtentwicklung geführt haben, steht im Mittelpunkt eines ganzheitlichen Ansatzes. Die wichtigsten Argumente, die für eine professionelle Behandlung einer Suchterkrankung sprechen, sind demnach:

  • Kontrollierte Bedingungen beim körperlichen Entzug
  • Medizinische Pflege inklusive Medikation
  • Therapeutische Betreuung während der Entwöhnungsbehandlung

Der konkrete Ablauf einer Therapie basiert darauf, wie der Heilungsprozess voranschreitet. Typisch sind die Abfolge für die Einzeltherapiesitzungen in der Woche oder die Teilnahme an einer Therapiegruppe. Durch die therapeutische Behandlung durch medizinische Experten ist es das Ziel – ganz unabhängig von welcher Suchtproblematik die Patienten betroffen sind – wieder ein normales und rundum gesundes Leben zu führen. Dazu gehörten vor allem die erneute Umstellung des Lebens, sodass der Alltag wieder entlastend und beruhigend sind. Gleichzeitig sollte es gegeben sein, dass das Potential des Rückfalls in den Konsum von entweder Alkohol und Drogen zu verringern.

Die Rehabilitation, die bei Suchterkrankten durchzuführen ist, muss immer in zwei Schritten erfolgen. Während die Patienten die Entwöhnung per Entgiftung hinter sich haben, bleiben sie aber dennoch psychisch abhängig. Stattdessen werden die Suchtursachen im Rahmen einer Psychotherapie aufgearbeitet. Als eine wichtige therapeutische Behandlung erfolgt durch

  • alternative Lösungsstrategien, die erlernt werden müssen, damit die betroffenen Patienten mit den bestehenden Suchtmitteln – vorrangig Alkohol und Drogen – zurechtzukommen.
  • Gespräche und den Austausch von Patienten, die sich momentan in der gleichen Situation befinden. Auch kreative Behandlungsmethoden oder Achtsamkeitsschulungen helfen.

Süchtige, die eine Rehabilitation durchführen müssen, durchlaufen einen zweistufigen Prozess. Zu Beginn ist ein Entzug durchzuführen, während dieser Phase sind sie jedoch grundsätzlich noch psychisch abhängig. Möglicher Entzug kann entweder kalt – also abrupt – oder warm – schleichend mit medikamentöser Unterstützung – durchgeführt werden, wobei von medizinischer Seite der warme Entzug für einen milderen Entzug. Dabei ist es notwendig, dass Lösungsstrategien erarbeitet werden müssen, um auch ohne Alkohol, Drogen oder Medikamenteneinnahme ihr Leben wieder zu meistern. Parallel werden Begleittherapien durchgeführt, wie Kreativkurse, Arbeitstherapie und Achtsamkeitsschulungen und sich mit anderen Menschen auszutauschen. Nach Abschluss der Therapie erhalten die Süchtigen dauerhaft mehr Lebensqualität.

Mehrere Institutionen des deutschen Gesundheitswesens gibt Handlungsempfehlungen auf, damit Süchtige nach Alkohol oder Drogen wieder geheilt werden können. Damit wird es für sie zudem wieder möglich, ihren ganz normalen Alltag wieder herzustellen. Insgesamt können verschiedene Nutzungsarten verwendet werden:

  1. Stationäre Fachkliniken, die sich auf Drogenentzug spezialisiert haben
  2. REHA-Institutionen, um die Gesundheit der Betroffenen wieder herzustellen
  3. Separate Stationen in Krankenhäusern für die Entgiftung
  4. Ambulante Kliniken oder Suchtberatungsstellen

In der Suchtberatung kümmern sich die professionellen therapeutischen Berater um die Süchtigen und beraten sie mit allen relevanten Informationen – von der Thematik der medizinischen Behandlung bis hin zur Unterstützung bezüglich der Beantragung einer solchen Therapie und erhalten Aufklärung über die besten Ansätze der Beratung.

Was findet während der Drogen-REHA statt?

Bei Abhängigen von Drogen oder Alkohol kommt es im Laufe der Zeit zu massiven Veränderungen der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens. Die Angebote für Menschen, die unter einem Suchtproblem leiden, beziehen sich grundsätzlich auf die Besserung von organischen, psychischen und sozialen Störungen, die sich im Laufe der Sucht verschlimmern. Zur Behandlung der Patienten hat sich in den letzten Jahren die medizinische REHA in Kliniken bewährt. Verschiedene Untersuchungen zur Effektivität und Effizienz von Entwöhnungsbehandlungen belegen, dass bis zu 50% der Rehabilitanden ein Jahr nach der Entwöhnungsbehandlung abstinent leben (Fachverband Sucht e.V.), nach Mitteilung der Deutsche Rentenversicherung Bund sind 70 % der Absolventen einer medizinischen Rehabilitation der Abhängigkeitserkrankung wieder Beitragszahler. 

Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Verbundsystem der „komplementäre Bereich“ in Form von Wohnformen der Eingliederungshilfe. Als Schnittstelle der sozialen und medizinischen Rehabilitation werden verschiedene Ziele verfolgt – grundsätzlich dienen sie dazu, dass es den Betroffenen wieder besser geht. Das vorrangige Ziel ist, die drohende oder manifeste Beeinträchtigungen der Teilhabe am Arbeitsleben und des Lebens in der Gesellschaft durch eine frühzeitige Einleitung im Einzelfall gebotenen Leistungen abzuwenden oder zu beseitigen bzw. zu mindern, die Folgen zu verstärken oder zu mildern. Die Behandlung in einer therapeutischen Klinik setzt sich aus einer Kombitherapie aus sozialer Arbeit, Medizin und Psychologie zusammen. Gleichzeitig werden Anwendungen in der Ergo-, Arbeits- und Bewegungstherapie durchgeführt.

„Therapie statt Strafe“ anwenden

Es wurden gerade in Deutschland mehrere Studien durchgeführt, die unter dem Motto „Lieber Therapie als Strafe“ standen. Seit 1982 wurde die Rückstellung der Strafen gemäß § 35 BtMG (Betäubungsmittelgesetz) vorgenommen – unter der Voraussetzung, dass sich der Suchtkranke einem entsprechenden Entzug unterziehen und sich damit wieder besser fühlen. Anfänglich wurde diese Art der Therapie ausschließlich für stationäre Behandlungen eingesetzt, nun geht es auch ambulant.

Seit Einführung einer Zurückstellung der Strafvollstreckung gemäß § 35 BtMG haben sich stationäre Einrichtungen der Drogenrehabilitation darauf eingerichtet Patienten aufzunehmen, die von der Justiz zugeführt werden. So haben die meisten Einrichtungen, die staatliche Anerkennung zur Behandlung von betäubungsmittelabhängigen Straftätern haben, viele Patienten, die einen kriminellen Hintergrund haben.

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