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Oktober 29, 2021 von THE BALANCE
Fachlich geprüft

Grundsätzlich sind Ängste normal – sie dienen als Warnsignal für den Körper oder zeigen dem Organismus, wo Gefahren lauern. Sie haben ein ständiges Gefühl der Anspannung und der Sorge, besonders, wenn es um das alltägliche Leben und die eigenen Probleme geht. Solche Ängste können auch Gesunde einmal erleiden, doch das Auftreten von überzogenen Ängsten weisen immer auf eine psychische Erkrankung – der generalisierten Angststörung (kurz GAS) – dar.

Untersuchungen zufolge leidet lediglich ein kleiner Bestandteil der Menschen in Deutschland an einer generalisierten Angststörung, wobei hier lediglich fünf von 100 Menschen unter einer solchen Angst leiden, wobei Frauen ungefähr doppelt so oft betroffen sind als Männer. Dabei entwickelt sich eine generalisierte generell zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. In den meisten Fällen leiden die Menschen unter einer generalisierten Angststörung erkrankt sind, auch an anderen psychischen Erkrankungen gehören Depressionen, andere Angststörungen und somatoforme Störungen, wobei somatoform für Störungen steht, die nicht aus medizinischer Sicht nicht erklärbar sind. Selbst bei detaillierter Untersuchung sind bei solchen Störungen keinerlei organische Ursache zu finden.

Panikattacken Symptome und Ursachen

Falls neben der generalisierten Angststörung noch weitere Erkrankungen auftreten, verläuft die Störung zumeist chronisch. Bei einer Nichtbehandlung ist das Risiko sehr hoch, dass die Ängste über einen längeren Zeitraum anhalten. Dabei tritt die Erkrankung schubweise auf – es gibt Zeiten, in denen sich die Patienten gut fühlen, aber es kommt zu anderen Phasen, in denen die Beschwerden erneut auftreten. Die Ängste prägen bei Erkrankten den gesamten Alltag, wobei sie teils intensiv oder fast übermäßig auftreten. Um die Ängste – die selbst den Arbeitsalltag der Betroffenen teils stark einschränkt – in den Griff zu bekommen, ist es in den meisten Fällen eine Therapie nötig. Diese dient dazu, die Angst endgültig überwinden zu können.

Bei einer generalisierten Angststörung nehmen Ängste oft Überhand und können zu einer echten Belastung werden. Das eigene Leben ist geprägt von Ängsten und Sorgen, wobei sie in extremen Situationen alles überschatten, wobei die betroffenen Patienten zumeist wissen, dass sie nicht mehr nur unter einer Angst leiden, die als Warnsignal für den Organismus einzuschätzen sind, sondern dass sie das natürliche Empfinden einer Angst übersteigen. Trotzdem ist es den Patienten bewusst, dass sie es nicht kontrollieren können. Außerdem fällt es den Betroffenen schwer, wieder zurück in ein gesundes Leben zu finden und die schwierige Zeit zu überwinden. Dennoch gibt es verschiedene Behandlungen, die helfen können, dass sich das Leben wieder normalisieren.

Eine generalisierte Angststörung zeigt Störungen, die auch bei anderen Angststörungen vorkommen. So entwickeln sich Phobien – also die übertriebene Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten – Panikstörungen oder Zwangsstörungen vergleichbar sind. Doch durch den Versuch, sich mit den Symptomen von generalisierten Angststörungen zu arrangieren, treten noch Begleitsymptome auf, wie Depressionen, wodurch zumeist eine psychotherapeutische Behandlung in Form einer kognitiven Verhaltenstherapie vorgenommen wird. Vorab ist es jedoch unbedingt erforderlich, die richtige Diagnostik durch kompetente Fachärzte und Therapeuten durchzuführen.

Körperliche Symptome eines Angstanfalls

Bei einer generalisierten Angststörung sollten sich die Patienten genau beobachten. Spätestens, wenn die Patienten feststellen, dass sie in verschiedenen Bereichen von körperlichen und psychischen Symptomen geplagt werden, die mehr als sechs Monaten anhalten, sollten einen Arzt aufsuchen. Diese körperlichen Symptome treten auf:

  • Herzklopfen bis zu Herzrasen
  • Schweißausbrüche
  • Schwindel
  • Kribbeln in der Magengegend
  • Verspannungen der Muskulatur
  • Hitze- und Kälteschauer
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schilddrüsenstörungen

Die Nebenniere schüttet bei einer verspüren Angst automatisch das Stresshormon Adrenalin aus, wodurch die Körperfunktionen teils stark beschleunigt werden. Dies führt im Normalfall zu einer erhöhten körperlichen Wachsamkeit, die eine Reaktionsfähigkeit kurzfristig erhöht. Bei Menschen mit einer generalisierten Angststörung hält dieser körperliche Alarmzustand länger an.

Psychologische Symptome eines generalisierten Angstanfalls

Die ständig auftretenden Ängste, die im Rahmen einer generalisierten Angststörung auftreten, gehören auch viele psychische Probleme. Patienten fühlen sich „besessen“ von ihren Ängsten und die Symptome werden oftmals verschlimmern sich immer mehr. Dazu kommt es zum Auftreten von Depressionen oder suizidalen Tendenzen. Dies sind die auftretenden Symptome:

  • Benommenheit und Schlafstörungen
  • Nervosität und Reizbarkeit

Eine generalisierte Angststörung ist durch die sogenannten Metasorgen geprägt, d.h. die Psyche leidet extrem unter ständigen Sorgen, wobei sie der festen Überzeugung sind, dass die Sorgen ihnen schaden könnten. Daher versuchen sie, die Sorgen zu unterdrücken, was aber paradoxerweise meistens dazu führt, dass diese häufiger und stärker auftreten.

Die Ursachen für eine generalisierte Angststörung sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Feststeht, dass Angststörungen und Angstzustände sowohl psychosoziale, psychologische als auch genetische und biologische Ursachen haben, die oftmals chronisch wird. Oftmals sind schwere Traumata ein Grund, der von den Betroffenen durchlebt wurden, auch der Verlust von Familienmitgliedern oder engen Freunden kommt als Auslöser in Frage bzw. eine Lebenskrise kann zu solchen Störungen führen. Als Konsequenz treten oftmals Depressionen auf oder sie wird von Ängsten begleitet. Auch eine Suchterkrankung ist eine häufig auftretende Folge der Erkrankung sein.

Symptome und Behandlung von Sozialphobie

Bei einer genaueren Untersuchung des Phänomens hat sich herausgestellt, dass es die eine Ursache für Angststörungen oder Phobien nicht existieren. Es ist vornehmlich das Zusammenspiel der genannten Faktoren, die zu den generalisierten Angststörungen führen können.

Die hauptsächliche Ursache sind Angstreaktionen, die auf einem typischen Vermeidungsverhalten, die über einen längeren Zeitraum hinweg auftritt, zu einer Verfestigung der Angststörung führen kann. Auch hier spielen verschiedene, ineinandergreifende Faktoren eine Rolle. Mehr noch, denn auch die Erziehung, der Charakter und ein vermehrter Stress während des Alltags spielt eine Rolle. Zudem können essenzielle Krisen oder eine Überforderung aufgrund von Stress im ganz normalen Leben zu einer Überforderung mit einer Lebenssituation führen. Mit der Zeit gibt es eine teils starke Überforderung mit der Lebenssituation zur Folge hat. Wenn sich die Situation steigert, führt dies zu einer seelischen Unabhängigkeit und einem permanenten Stress. Auch ein erhöhter Leidensdruck kommt im Rahmen der Erkrankung häufig vor. Um den Patienten zu helfen, müssen die Betroffenen durch einen Psychotherapeuten behandelt werden.

Zur Behandlung und letztlich auch zur Heilung von generalisierten Angststörungen können über mehrere Formen erfolgen. Es können verschiedene Arten der Behandlung eingesetzt werden, die die Symptome dämpfen und letztlich die gesamte Erkrankung besiegen kann. Diese Therapien können bei einer generalisierten Angststörung angewandt werden:

  1. KOGNITIVE VERHALTENSTHERAPIE

Bei der kognitiven Verhaltenstherapie geht es nicht nur um das menschliche Verhalten, sondern auch die Gedanken, Gefühle und körperlichen Vorgänge der Patienten. Während der Therapie wird in zwei Teile unterteilt – ein Teil beschäftigt sich mit dem Verhalten, ein anderer Teil beschäftigt sich mit den Gedanken und Gefühlen, wobei es Ziel ist,

  • Ängste und Sorgen zu erkennen
  • Wahrscheinlichkeiten und Folgen einschätzen
  • mit Unsicherheiten umzugehen.

Die Wirksamkeit von Psychotherapien, die sich mehr mit den möglichen Ursachen der Angst beschäftigen, etwa mit traumatischen Ereignissen in der Kindheit, ist bei Menschen mit generalisierter Angststörung nicht gut erforscht. Die wenigen Studien zum Vergleich mit der kognitiven Verhaltenstherapie weisen darauf hin, dass psychodynamische Therapien eine geringere Erfolgsaussicht mit sich bringen.

  1. PSYCHOANALYTISCHE THERAPIE

Bei dieser Art der psychischen Erkrankungen steht eine Analyse des Unbewussten im Vordergrund. Bei dieser Therapie wird versucht, unbewusste Konflikte und Erlebnisse zu verarbeiten, die der Vergangenheit – beispielsweise der Kindheit oder Jugend – angehören. Diese Konflikte wirken sich auf das Verhalten des Patienten aus, sie haben Angst, wieder von solchen Ängsten heimgesucht zu werden und glauben, dass sie immer wieder Opfer solcher psychischen Erkrankungen geworden sind. Die Verarbeitung der Ängste erfolgt über Bilder, die Menschen von sich selbst und anderen hat, seine Beziehungen, seine Gefühle, Gedanken und Handlungen. Patienten sollen sich komplett auf seine Gedanken, Gefühle und inneren Bilder konzentrieren kann. Diese Behandlungen kann auch mit auf der Basis einer Tiefenpsychologie durchgeführt werden.

  1. MEDIKAMENTÖSE BEHANDLUNG

Die Behandlung von generalisierten Angststörungen kann auch mit Medikamenten erfolgen. Anwendbar sind Mittel der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (kurz SSRI), die zu der Gruppe der Antidepressiva zählen und Benzodiazepine – gängige Beruhigungsmittel. SSRI-Mittel helfen, die bestehenden Angstsymptome zu behandeln und helfen gleichzeitig gegen bestehende Depressionen, die bei einer generalisierten Angststörung eine Nebenwirkung sein können. Generell stellt sich eine angstlösende Wirkung erst nach zwei bis sechs Wochen ein. Um einen dauerhaften Abbau der Ängste zu fördern, sollten die Präparate über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monate eingenommen werden. Danach sollten sie langsam ausgeschlichen werden, um Entzugserscheinungen zu vermeiden.

Was sind Depressionen?

Wer der Meinung ist, dass er an einer generalisierten Angststörung betroffen ist, sollte sich nicht in eine beängstigende Situation flüchten, die ihnen Angst machen. Die Menschen können durch einige einfache Methoden dafür sorgen, dass die Ängste schrittweise abgebaut werden, indem man sich den angstmachenden Situationen stellt und feststellen wird, dass die Angst häufig unbegründet ist.

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