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Von THE BALANCE
Fachlich geprüft

Bei Depressionen handelt es sich um eine Krankheit mit psychischen und körperlichen Symptomen, die den gesamten Alltag von Betroffenen wesentlich beeinträchtigt und verändert. Wer nicht persönlich oder durch einen nahen Verwandten oder Bekannten mit dem Verlauf einer Depression in Berührung gekommen ist, kann sich oft nicht die Ernsthaftigkeit dieser Erkrankungen vorstellen.  

Eine Depression kann in Phasen aber auch chronisch verlaufen. Das heißt, dass sie einerseits über einen längeren Zeitraum anhalten, aber auch immer wieder kehren kann. Wenn das der Fall ist, kann die Erkrankung die Fähigkeit einer Person, am Leben teilzunehmen, sehr stark beeinträchtigen. Das schließt auch Arbeiten, Lernen und soziale Kontakte ein. ​​

Eine Depression darf keinesfalls mit einer Niedergeschlagenheit oder mit Stimmungsschwankungen verwechselt werden, wenngleich das durchaus typische Merkmale der Erkrankung sind. Es gibt aber gleichzeitig viele weitere Symptome wie Hemmung und Antrieb zum Denken, fehlendes Interesse an allem oder sogar körperliche Symptome wie Schlafstörungen, fehlender Appetit bis hin zu  körperlichen Schmerzen ohne organische Ursachen. Auch berichten Menschen, die an Depressionen leiden, dass sie eine innere Leere empfinden und nur noch negative Gefühle erleben und nicht mehr fähig sind, sich über irgendetwas zu freuen. Ebenso sind Todesgedanken bis zum Selbstmordversuch eine Begleiterscheinung. 

Depressionen werden übrigens auch zu den häufigsten physischen Erkrankungen gezählt. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) schreibt in Studien, dass in Deutschland seit Beginn der 1990er Jahre Depressionen in ihrer Häufigkeit und negativen Auswirkung auf die Gesundheitssysteme noch vor anderen Volkskrankheiten wie Diabetes melitus oder Herzerkrankungen eingeordnet werden. 

Die WHO versucht Depressionen durch einheitliche Methoden und Indikatoren zu klassifizieren und zu definieren, da sich dies auch bei anderen Erkrankungen gut bewährt und die internationale Zusammenarbeit im medizinischen Bereich verbessert sowie weitere positive Auswirkungen hat.  

Warum ist die Klassifizierung nach Arten bei Depressionen hilfreich?

Bei Anwendung solcher einheitlichen Kriterien lassen sich Depression gut von anderen psychischen Störungen oder normalen Stimmungsschwankungen trennen. Gleichzeitig ist es auch möglich, die verschiedenen Depressionen nach Ihrer Form und Stärke klar und standardisiert untereinander zu trennen. 

Das hilft wiederum in der Diagnostik und Behandlung schneller Fortschritte zu machen. In der Forschung kann so besser international kooperiert und auf Erfahrungen, Studien und Wissen zurückgegriffen werden.

Neue versus alte Klassifizierung der Arten von Depressionen

Der traditionelle Ansatz bei der Diagnose und Klassifizierung war und ist auf die vermeintlichen Ursachen der Erkrankung ausgerichtet. Daher werden hier auch Begriffe wie “neurotische”, “reaktive” und endogene – also körperliche bedingte Depression verwendet. 

Risikofaktoren für Depressionen 

Allerdings hat jede Depression einen gewissen Anteil neurotischer, reaktiver und auch endogener Ursachen. Damit ist eine eindeutige Klassifizierung eigentlich nicht möglich.   

Um Depressionen zu diagnostizieren, werden daher immer häufiger einheitliche Klassifikation herangezogen, die basierend auf neuerer Forschung entwickelt wurden. (ICD-10 – International Classification of Diseases, und Diagnosemanual DSM IV TR, 4. Auflage). In den Diagnoseleitlinien sind klinisch detailliert ausformulierte diagnostische Kriterien aufgeführt, die eine klare Unterscheidung und Erkennung des Schwergrades ermöglichen. 

Während also früheren eher auf den Ursprung einer Depression gesehen wurden, stehen bei der neuen Klassifizierung die konkreten Symptome, die Dauer und die daraus resultierenden konkreten Einschränkungen im Betrachtungsmittelpunkt. 

Nach diesem Ansatz wird in der Diagnostik auch nach wesentlichen Hauptsymptomen einer klinischen Depression gesucht. Eine klinische Depression wird demnach dann diagnostiziert, wenn mindestens 5 der folgenden Symptome während einer einzigen 2-Wochen Periode bestehen, die Leistungsfähigkeit deutlich verändert ist, mindestens eine der Symptome A) Depressive Verstimmung oder B) Verlust von Interesse und Freude ist. 

  1. Depressive Verstimmung an fast allen Tagen während der meisten Zeit des Tages (fühlt sich tief traurig, oder fühlt leere, neigt zum Weinen, Kinder oder Jugendlichen sind in schnell reizbarer Stimmung)
  2. deutlich vermindertes Interesse oder Freude an fast allen Aktivitäten, fast alle Tage und die meiste Zeit des Tages, 
  3. deutlicher Gewichtsverlust obwohl keine DIÄT, alternativ auch Zunahmen an Gewicht
  4. Schlaflosigkeit (Einschlaf-, Durchschlafprobleme, oder vermehrter Schlaf jeweils an fast allen Tagen) 
  5.  innere Unruhe oder psychomotorische Verlangsamung an fast allen Tagen
  6. Müdigkeit und Energieverlust an fast allen Tagen
  7. Gefühle der Wertlosigkeit oder unangemessene übertriebene Schuldgefühle an fast allen Tagen
  8. Verminderte Fähigkeit zu denken, sich zu konzentrieren, verminderte Entscheidungsfähigkeit an fast allen Tagen
  9. Immer wiederkehrende Gedanken an den Tod, häufige Wiederkehr von Suizidvorstellungen (kein Plan), in einigen Fällen vielleicht auch Planung und Suizidversuch

Dabei sollten in Differenzialdiagnostik ausgeschlossen werden, dass kein Medikamentenmissbrauch (Drogen, Medikamente), eine Krankheit oder eine echte einfache Trauer vorliegt. Gleichfalls sollte das Vorliegen einer gemischten (manisch und depressiv) bipolaren Episode ausgeschlossen werden. Die Leiden und Beeinträchtigungen im sozialen, privaten und beruflichen Umfeld müssen stark sein.

Depressionen können in bestimmten Abständen immer wiederkehren. Man spricht dann von “rezidivierenden” Depressionen (rezidivierend – in Abständen wiederkehrend). 

Nach einer durchlebten Depression folgen also Monaten oder gar Jahre ohne jegliche Symptome und Beschwerden. Hat ein Patient also bereits die gleiche Art Depression einmal erlebt, spricht man bei der zweiten Depression von der “rezidivierenden” Depression. 

Ein typisches Beispiel einer rezidivierenden depressiven Störung ist die “Winter-Depression” die sich immer in einer bestimmten Jahreszeit wiederholt. Gelegentlich hört man dann auch die Bezeichnung saisonale Depression. Der Unterschied zu chronischen Depression liegt im Wechsel von weitgehend völlig beschwerdefreien Phasen mit depressiven Episoden. 

Die häufigste Form einer Depression ist die depressive Episode, die in drei Schweregraden diagnostiziert wird. Welche Merkmale helfen herauszufinden, ob es sich um eine depressive Episode handelt?

Zum einen kann eine Episode ganz plötzlich auftreten, vielleicht innerhalb einiger weniger Tage bis hin zu einigen Wochen entwickeln. Dann dauert sie meist mehrere Wochen bis zu hin zu einigen Monaten. 

Bestimmte typische Symptome müssen jedoch über mindestens 2 Wochen anhalten, bevor man von einer Episode sprechen kann. 

Betroffene, die einmal eine depressive Episode durchlebt haben, werden sehr häufig wieder von einer depressiven Phase (Episode) heimgesucht. Ärzte sprechen dann von einer “rezidivierende depressive Störung”. Das Risiko kann durch entsprechende Behandlung mit Medikamenten gesenkt werden. 

Es wird in drei Schweregraden unterschieden, (1) leicht, (2) mittelgradig und (2) schwer. 

Dabei wird die Anzahl der gleichzeitig auftretenden Symptome genauso berücksichtigt wie der Grad der Schwere der Leistungseinschränkung im Alltagsleben des Betroffenen. 

Worunter leiden Betroffene typischerweise bei den typischen leichten, mittelgradigen oder schweren Episoden?

Die Symptome können sein: bedrückte Stimmung und Verminderung von Antrieb und Aktivität. Verminderung der Fähigkeit zu Freude, Interesse und Konzentration. Stark ausgeprägte Müdigkeit nach kleinsten Anstrengung. Der Schlaf ist oft gestört und der Appetit vermindert. Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und Selbstvertrauens, Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit. Die Stimmung reagiert nicht auf veränderte Lebensumstände, somatischen Symptomen begleitet die Depression, z. B. Interessenverlust oder Verlust der Freude, morgendliches frühes Erwachen, Morgentief, Agitiertheit, Appetitverlust, psychomotorische Hemmung, Gewichtsverlust und oft fehlendes sexuelles Interesse 

Nach der neuen diagnostischen Einteilung wird der Grad der Schwere beurteilt. 

Leichte depressive Episode

Mindestens zwei oder drei der oben genannten Symptome müssen vorhanden sein. Der Erkrankte ist oft noch in der Lage, die meisten Aktivitäten fortzusetzen, aber ist dabei sehr beeinträchtigt. 

Der Betroffene fühlt sich mit seiner leichten Depression zwar belastet, kann aber den beruflichen und privaten Aufgaben gerade noch nachkommen.

Mittelgradige depressive Episode

Bei diesem Schweregrade sollten vier oder mehr der oben angegebenen Symptome beobachtet werden.  Betroffene haben in der Regel schon große Schwierigkeiten, ihre alltäglichen und beruflichen Aktivitäten auszuüben und sie ziehen sie sich im privaten Kontakt von Familie und Freunden zurück.

Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome

Bei diesem Schwergrad bestehen nicht nur mehrere der oben angegebenen Symptome, sondern diese sind in ihrem Ausmaß für den Betroffenen eine wirklich quälende Belastung. Sie gehen einher mit einem Verlust des Selbstwertgefühls und Gefühlen von Wertlosigkeit und Schuld, oft begleitet von Suizidgedanken und -handlungen. Oft liegen auch noch einige körperliche Symptome vor.

Patienten sind oft nicht mehr in der Lage, für sich selbst zu sorgen und  liegen fast nur noch im Bett. In diesem Fall ist häufig eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig, weil die Betroffenen auch keine Nahrung mehr zu sich nehmen und sich selbst vernachlässigen. 

Der Begriff “Major Depression” bezieht sich auf eine schwere depressive Episode (major = groß oder bedeutend). 

Der Patient weist die drei Hauptsymptome einer Depression auf: Niedergedrückte, traurige Stimmung, Unfähigkeit zum Empfinden von Freude und Interesse sowie starke Antriebslosigkeit. Außerdem sollten mindestens fünf weitere  Nebensymptome hinzukommen. 

Auslöser ist in der Regel ein bestimmtes seelisches Ereignis, wie beispielsweise traumatische Erlebnisse wie eine Scheidung, der Tod eines nahestehenden Angehörigen oder engen Freundes, der Verlust des Arbeitsplatzes, ein Unfall oder Gewalt.

Die unipolare Depression ist eine psychische Störung, bei der die Erkrankten eine deutlich gedrückte Stimmung, Desinteresse und Antriebsschwäche zeigen, und zwar über einen längeren Zeitraum. Allerdings fehlen im Unterschied zur bipolaren affektiven Störung sogenannten “manischen” Phasen.

Mit Begriff sind Depressionen gemeint, die im Verlauf des Lebens in mehreren depressiven Episoden aufgetreten sind. Die ärztliche Diagnose lautet dann oft „rezidivierende (wiederkehrende) unipolare Depression“. Die meisten Betroffenen sind zwischen den Episoden vollständig gesund. Zwischen den Episoden kann unterschiedlich viel Zeit vergehen. 

Positiv ist allerdings anzumerken, dass Betroffene einiges selbst tun können, um das Wiederauftreten solcher depressiver Episoden zu verhindern. Es ist allerdings leider so, dass die meisten Menschen, die einmal an einer unipolaren Depression erkranken, in ihrem Leben mehr als nur eine solche depressive Episode erleben. 

Die Bipolare affektive Störungen wird auch als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet. Es handelt sich um eine schwere Erkrankung, die allerdings auch seltener vorkommt als die unipolare Depression. Eine Bipolare Störung ist mit großem Leiden und einer erhöhten Suizidgefahr verbunden

Es gibt zwei Formen der Bipolaren Störung. 

Bipolar-I-Depression 

Die Betroffenen leiden gleichfalls unter depressiven, als auch unter manischen Episoden. Es kann trotz einer über Monate bzw. Jahre andauernden stabilen Stimmung zu einem plötzlichen Stimmungsumschwung kommen. In manische Phasen haben Betroffene außergewöhnliche fast übertrieben wirkende gute Laune, sind oft Hyperaktiv, Rastlos, Irritierbar, sehr gesprächig und haben ein reduziertes Schlafbedürfnis.

In manischen Phasen ist die Urteilsfähigkeit, das Denken und das soziale Verhalten unausgeglichen und kann zu ernsthaften Schwierigkeiten führen. Manchmal werden sehr leichtsinnige oder gefährliche berufliche oder private Entscheidungen getroffen. 

Bipolar-II Depression

Bei dieser Depression sind manische Symptome schwächer und führen nicht zu schwerwiegenden Problemen. 

Bei beiden Erkrankungen ist eine ärztliche Betreuung und in den meisten Fällen auch eine medikamentöse Therapie angeraten. 

Eine psychotische Depression wird neben typischen Anzeichen einer depressiven Störung noch von Wahn beziehungsweise Halluzinationen begleitet. Darüber hinaus sind die üblichen Hauptsymptome einer depressiven Erkrankung vorhanden. Zum Beispiel könnte der Betroffene Schuldgefühle in so ungeheurem Ausmaß entwickeln, dass er glaubt, für einen Krieg oder eine andere Katastrophe verantwortlich zu sein. Oft kommen sogar noch  akustische Einbildungen wie anklagende Stimmen hinzu. Auch kann die Angst und feste Überzeugung entwickelt werden, an einer schweren oder unheilbaren Krankheit zu leiden. Dies kann dann zu innerer und äußerlicher Erstarrung führen.

Eine Therapie und Behandlung sind fast ausschließlich mit fachkundiger Hilfe, meist Krankenhausaufenthalt und mit der Unterstützung durch Medikamente möglich. Manchmal müssen Medikamente lebenslang eingenommen werden. Eine Psychotherapie kann helfen wieder langsam Routinen und Denkstrukturen zu entwickeln, die auch die Freude an der Bewegung, dem Leben an sich und sozialen Kontakten zurückbringen. 

Bei den atypischen Depression tanzt ein typisches Symptom scheinbar total aus der Reihe, während sonst die meisten Symptome einer typischen Depression zu beobachten sind. 

Anstelle z. B. das Symptom der Appetitlosigkeit zu entwickeln, kann ein Betroffener ungezügelten Heißhunger entwickeln. 

Oder anstelle dass ein Betroffener an Schlaflosigkeit leidet, kommt er aus dem Bett nicht mehr heraus. 

Vielleicht wirkt ein Betroffener während der Woche im Büro emphatisch und einfühlsam, er pflegt soziale Kontakte, geht mit den Kollegen oder Freunden aus. Aber zu Hause oder am Wochenende, wenn er allein in der Wohnung ist, brechen die Symptome der Depression aus ihm heraus. Er leidet unter extremer Erschöpfung, Trauer, Überforderung und innerer Leere. 

Begleitet werden die Symptome aber manchmal auch noch von Alkohol- und Tablettenkonsum, Gereiztheit, Versagensängsten oder  einem taubem, schweren Gefühl in Armen und Beinen. Auch eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung, Ablehnung oder Kritik kann vorkommen. 

Interessant ist, dass epidemiologischen Studien zeigen, dass fast vier Prozent der Allgemeinbevölkerung unter einer solchen atypischen Depression leidet.

Das Entstehen einer atypischen Depression wird oft durch die Kombination von verschiedenen Ereignissen ausgelöst. 

Wie bei einer gewöhnlichen Depression kann ein Kindheitstrauma, der Verlust eines lieben Verwandten oder Freundes oder enormer Stress damit zusammenhängen. Aber auch chemische Fehlfunktionen im Gehirn können Ihren Beitragt wie auch mangelhafte Ernährung.

Die Saisonal-Affektive Störungen weisen die gleichfalls die bekannten Symptome der atypischen Depression auf. Die Betroffenen leiden hier jedoch nur während einer bestimmten Jahreszeit an dieser Form der Depression, meist im Herbst oder Winter. Am Ende einer Saison erholen sie sich langsam wieder und kehren in ihren normalen beschwerdefreien Lebensalltag zurück. Die Saisonal-Affektive Störung wird oft als rezidivierende (wiederkehrende) depressive Störung bezeichnet. Größtenteils tritt die Depression tritt in solchen Monaten vermehrt und immer wieder auf, in denen die Sonnenscheindauer nur kurz ist, also im Spätherbst und im Winter. Laien bezeichnen Sie daher als Winterdepression. 

Welche Symptome treten gehäuft auf?

Appetit- und Gewichtszunahme

  • Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
  • hohes Schlafbedürfnis auch am Tag
  • Antriebslos, Verlust an Interesse an allem 
  • keine Lust mehr auf soziale Kontakte, Kontaktvermeidung
  • hohe Reizbarkeit, sich unglücklich fühlen

Der Winterdepression kann man einerseits begegnen, mit viel Bewegung an der frischen Luft und unter der Sonne. Aber auch medikamentös kann einiges gemacht werden. Beispielsweise durch Einsatz moderner Antidepressiva wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer oder atypische Antidepressiva wie der selektive Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer Bupropion, welcher in den USA als einziges Antidepressivum eine Zulassung für die Behandlung von Seasonal Affective Disorder (saisonal-affektive Störung) hat. 

Bei der Dysthymie sind die typischen depressiven Symptome viel weniger stark ausgeprägt. Jedoch treten diese in ihrer schwächeren Form über einen sehr langen Zeitraum auf. Damit eine Depression als Dysthymie klassifiziert wird, müssen Symptome bereits mindestens zwei Jahre lang auftreten. Manchmal spricht man auch von der “chronischen Traurigkeit”. 

Vielfach beginnt diese Art Depression schon im Jugendalter und hält seit dem ununterbrochen mindestens zwei Jahre oder manchmal sogar Jahrzehnte an. Damit ist die Dysthymie gleichzeitig eine chronische Depression. 

Depressionsdiagnostik und -behandlung Deutschland

Von einer Doppeldepression spricht man, wenn betroffene Personen während der über Jahre gehenden sehr milden Dysthymie zusätzlich noch unter depressiven Episoden leiden – also Depressionen über kürzerer Zeiträume mit starken Symptomen. 

Der frühere Begriff “Neurose” wird heute üblicherweise nicht mehr verwendet. 

Die Ursachen der Dysthymie sind nicht genau bekannt, genau wie bei vielen anderen Arten der Depression. Vermutlich kommt es durch das Zusammenwirken genetischer, biologischer und psychosozialer Faktoren zur Entstehung der Depression. In Studien häufte sich unter anderem der Hintergrund eines früheren Traumas verursacht durch Gewalt oder Missbrauch. 

Ansätze der Therapie sind eine Kombination aus Psychotherapie und Psychopharmaka. 

Für alle der beschriebenen Arten von Depression gilt: Geben Sie nicht auf. Die Forschung arbeitet ständig daran, die Entstehung von Depressionen besser zu verstehen und damit auch bessere Behandlungsmethoden zu finden und zu erproben. 

Übrigens – vielen Patienten geht es besser, wenn sie neue Projekte in Angriff nehmen. Im Leben irgendetwas zu verändern kann Hoffnung und positives Denken fördern – das wirkt sich sehr gut auf den Heilungsprozess aus. 

Gleichzeitig ist es in den meisten Fällen aber unerlässlich fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und je eher mit der Behandlung begonnen wird, desto milder ist der Verlauf und desto kürzer ist die Dauer.