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Mai 14, 2021 von THE BALANCE
Fachlich geprüft

Der Begriff des Burnout-Syndroms wurde in den 1970er-Jahren in den USA geprägt und beschreibt eine dauerhafte Erschöpfung der Betroffenen. Aus diesem Grund wird das Krankheitsbild auch als «Ausgebrannt sein» bezeichnet. Zu den Hauptmerkmalen eines Burnouts sind eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen emotionalen, körperlichen und geistigen Symptome zu zählen.

Die erkrankten Personen haben massive Probleme, sich zu konzentrieren und es kommt häufig zu Fehlern. Auch wenn ein Burnout zumeist auf berufliche Überforderungen und Stress zurückgeführt wird, kann der Burnout auf den privaten Bereich überspringen und auch dort auftreten. Die Ursachen sind aber vielfältig, sodass sich die Problematik jeweils immer beim individuellen Verhalten beobachtet werden muss.

Bild von ausgerichteten Streichhölzern mit einem durchgebrannten.

Bei einem Burnout-Syndrom handelt es sich um einen langsamen Prozess, der sich schleichend entwickelt und sich immer weiter verschlimmert. Der Prozess des Burnout-Syndroms lässt sich grob in vier Phasen einteilen, die hier kurz skizziert werden:

  • PHASE: AUSGEPRÄGTER ENTHUSIASMUS

Die Betroffenen wollen die Aufgaben des Tages mit voller Energie erledigen, etwas bewegen und etwas schaffen. Dabei sind die Betroffenen enthusiastisch und versuchen, die eigenen hohen Ziele zu erreichen. Gibt es allerdings ein fehlendes Feedback aus dem Umfeld, verspüren die Betroffenen bald ein Gefühl der Unzufriedenheit oder ein vermindertes Selbstwertgefühl.

  • PHASE: STAGNATION

In der zweiten Phase des Burnout-Syndroms merken die Betroffenen, dass sie an ihre Grenzen stossen, wodurch negative Gefühle und Selbstzweifel auftreten. Parallel zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen den erhofften und tatsächlichen Zielen. Selbst wenn diese Diskrepanz oftmals ignoriert wird, wollen die Betroffenen ihr Engagement nicht aufgeben.

  • PHASE: FRUSTRATION

In diesem stellen die Betroffenen fest, dass die persönlichen oder beruflichen Ziele trotz allem nicht erreicht werden können. Danach stellt sich bei den Betroffenen Frustration und Ratlosigkeit ein, gefolgt von einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber den gesetzten Zielen. Gleichzeitig setzt eine gewisse Ratlosigkeit und ein Gefühl der körperlichen Anspannung ein.

  • PHASE: APATHIE

In dieser Phase realisieren die Betroffenen, dass sie ihre Ziele nicht erreichen. Stattdessen entwickelt sich eine persönliche Entfremdung, in der keine Gefühle oder Emotionen mehr aufkommen und sich die Patienten innerlich leer fühlen und teilweise auch von massiven psychischen Störungen betroffen sind. Auch die Person selbst empfindet sich nur noch als ein Wesen, das funktioniert.

An dieser Stellle sollte auch erwähnt werden, dass hier das Sprichwort «Vorbeugen ist besser als Heilen» absolut zutrifft. Diejeniegen, die unter dem Burnout-Syndrom leiden, sollten auf ihren Körper hören, denn die Erkrankung ist ein schleichender Prozess. Dazu sollten die Betroffenen bewusst gegensteuern und auch im normalen Alltag zurückschalten. Gleichzeitig ist es grundsätzlich notwendig, dass die Patienten sich selbst dauerhaft beobachten.

Ein ganz wichtiger Aspekt der Krankheit ist übermässiger Stress. Es gibt einen Unterschied zwischen dem lediglich vorübergehenden Stress und dem Stress, der den Organismus dauerhaft belastet und dadurch zu körperlichen und seelischen Störungen des Wohlbefindens und zu weiteren Erkrankungen führen kann.

Menschen, die unter einem Burnout-Syndrom leiden, sind durch ein zu hohes Mass an Stress ausgeprannt und verspüren eine starke innererLeere. Zudem leiden Betroffene häufig unter einer psychischen Überlastung, da die Regenerationsphasen der Psyche zu kurz kommen. Gleichzeitig kann es zu körperlichen Problemen kommen.

Es existieren verschiedene Ursachen, die zu einem Burnout-Syndrom führen können. Dazu gehören verschiedene Ängste, eine zu hohe Verantwortung, ein starker Erfolgsdruck, aber auch langweilige Routinearbeiten. Auch Stress im Verhältnis unter Kollegen oder persönliche Konflkte lösen häufig ein Burnout-Syndrom aus.

Allerdings können auch Personen, die kaum oder frei von Stress sind, an einem Burnout-Syndrom erkranken. In den meisten Fällen spielt die Ausbildung der Persönlichkeit des Betroffenen eine Rolle. Gefährdet sind zum Beispiel auch Menschen, die einen hohen Anspruch an die eigene Persönlichkeit haben oder Perfektionisten sind, aber trotzdem lediglich über ein geringes Selbstwertgefühl verfügen und nicht mit Konflikten umgehen können.

Doch auch besonders selbstbewusste Menschen, die in der Lage sind, sich durchzusetzen, können durchaus ein Burnout-Syndrom entwickeln. Auf den ersten Blick erscheinen diese beiden Personengruppen gegensätzllich – doch beide können ihren Gefühlen keinen Ausdruck verleihen.

Auch Menschen im privaten Bereich können ein Burnout-Syndrom entwickeln, denn auch im Privatleben gibt es stressige Situationen, die es zu meistern gilt. Dazu gehören beispielsweise Trennungen, der Verlust von geliebten Personen oder Überforderung.

Auch mangelnde Anerkennung oder fehlende Wertschätzung im persönlichen Umfeld kann früher oder später zu einem Burnout führen. Die Ursache liegt zumeist darin, dass die Personen etwas erfüllen wollen, wofür sie zumeist nicht in der Lage sind. Deshalb gibt es das Burnout-Syndrom auch quer durch alle sozialen Schichten.

Das Burnout-Syndrom ist eine Erkrankung, in der die Seele der Betroffenen nach Hilfe sucht. Dennoch treten sowohl körperliche als auch psychische Symptome auf, wozu grundsätzlich gefühlsmässige und körperliche Erschöpfung gehören. Oft zeigen sich emotionale Erschöpfung, Zynismus und deutlich verringerte Arbeitsleistungen.

Doch welche Anzeichen sprechen für das Auftreten oder die Entwicklung des Beschwerdebildes, das auf einen Burnout hinweist? Was hilft den Betroffenen, die ersten Heilungsschritte einzuleiten – beispielsweise durch den Besuch eines psychiatrischen Profis oder Mediziners, der die Behandlung abstimmt und einleitet?

Wenn sich die Betroffenen nicht mehr gesund fühlen und es immer wieder zu gesundheitlichen Störungen kommt, sollte der Betroffene seinen Körper beobachten und auf ihn hören. Wenn es beispielsweise ständig und ohne vorherige körperliche Belastungen zu Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen oder Energiemangel kommt, häufig Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Insuffizienzgefühle und Entscheidungsunfähigkeit auftreten oder sich eine verringerte Initiative und Phantasie, Gleichgültigkeit, Langeweile, Desillusionierung, Neigung zum Weinen, Schwächegefühl, Ruhelosigkei und Verzweiflung zeigen, kann durchaus ein Burnout-Syndrom vorliegen. Auch körperliche Probleme wie Atembeschwerden, Rückenschmerzen, Übelkeit oder vermehrtes Rauchen treten häufig auf.

Der Stress wird über das «Limbische System» im Hypothalamus des Gehirns gesteuert, wobei nicht zwangsläufig jeder Stress krank macht. Insgesamt unterscheidet man beim Stressphänomen zwischen dem Eustress – dem positiven Stress – und dem Distress – den negativen Stress. Während der positive Stress für die notwendige Spannkraft und Leistungsfähigkeit sorgt, bringt der negative Stress eine dauerhafte Alarmbereitschaft mit sich. Zwar hat jeder schon einmal Stress erlebt, doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den Stress abzubauen:

  • Zeitmanagement: Ein gutes Zeitmanagement, das den Tag in feste Teile einteilt, schafft Struktur und bietet immer auch ein gutes Stressmanagement. Es ist notwendig, den Umgang mit dem Stress zu lernen. THE BALANCE nutzt professionelle Gesundheitspsychologen oder Coaches.
  • Regelmässige Entspannung: Richtig gefährlich wird der Stress in dem Fall, wenn sowohl der Körper als auch der Geist überlastet sind und kaum eine Chance haben, sich zu erholen. Daher sollten die Erkrankten Entspannungstechniken wie Yoga oder Atemtherapie anwenden.
  • Professionelles Coaching: Eine professionelle Begleitung bei komplexen Situationen unterstützt bei der Entwicklung von eigenen Strategien. Für tiefliegende Probleme stehen Psychotherapeuten mit Rat und Tat zur Seite. Sie helfen mit, neue Perspektiven und Veränderungsmöglichkeiten zu finden.
  • Therapeutische Massnahmen: Über Probleme zu sprechen, löst sie zwar meist nicht, doch erleichtert so manche Entscheidungsfindung. Für tiefliegende Probleme stehen Psychotherapeuten mit Rat und Tat zur Seite, sodass es neue Strategien in Eigenregie gibt.
  • Medizinische Behandlung des Burnouts: Das Syndrom ist grundsätzlich keine Erkrankung, die sich wie eine körperliche Erkrankung behandeln lässt. Vielmehr führt Burnout zu einer Reihe von Begleiterkrankungen, bzw. es liegen Grunderkrankungen vor, die Burnout verursachen können.

Um einen Burnout zu diagnostizieren, sollten diejenigen, die die dauerhaften Symptome an sich bemerken, einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen, der die therapeutischen Massnahmen festlegt. Sie führen zunächst ein Anamnesegespräch, klären körperliche sowie psychische Symptome ab und schliessen mögliche andere Ursachen für die Beschwerden aus. Dafür können verschiedene Untersuchungen notwendig sein. Auch Expertinnen und Experten aus den Bereichen Psychotherapie oder klinischen Psychologie können eingebunden werden.

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