12 Minuten

November 13, 2021 von THE BALANCE
Fachlich geprüft

Unter einer Traumatherapie wird ein Behandlungsansatz verstanden, der die Betreuung von Patienten, die ein einschneidendes traumatisierendes Ereignis durchlitten haben. Grundsätzlich geht es bei der Behandlung von chronischen Folgestörungen. Das am häufigsten auftretende Phänomen in eines Traumas ist die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Fast jeder Mensch erfährt während seines Lebens ein mehr oder weniger starke Traumata. Diese Lebenseinschnitte können eine psychische Therapie notwendig machen, damit die Betroffenen ihr Trauma überwinden. Hier setzt die Traumatherapie an. Sie ist eine Behandlungsform, die bei einer großen Bandbreite von traumatischen Erkrankungen genutzt werden kann. Dabei muss zunächst herausgefunden werden, unter welchem Trauma ein Mensch erkrankt ist. Die Ursache eines Traumas können sowohl akute Traumata – wie Unfälle, Erkrankungen oder der Verlust eines geliebten Menschen – sowie Traumata, die auf die Kindheit zurückgehen wie sexueller Missbrauch und Verwahrlosung sowie der Verlust von Vertrauenspersonen. 

Klassische Beispiele sind Traumata durch Kriege, Flucht oder Verbrechen und treten gar nicht einmal so selten auf. Sie belasten die Seele und den Physis des Körpers massiv. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Deutschland 26 Prozent aller Männer und 17,7 Prozent der Frauen haben bisher mehr oder weniger starke stark durch ein Trauma auf, was jedoch nicht automatisch mit Folgestörungen führt. Solche Störungen – die generell nur bei schweren Fällen auftreten – sind die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), von denen das Verhältnis umgekehrt ist. Bei 3,9 Prozent der Männer leiden unter einer solchen Folgestörungen, bei Frauen ist der Anteil mit 12,4 Prozent wesentlich höher.

Fast jeder Mensch erfährt im Laufe seines Lebens eine für ihn belastende, traumatische Situation, doch nicht alle bedürfen einer Therapie. Lebenseinschnitte, die körperlich oder seelisch belasten, können mit einer therapeutischen Behandlung wieder geheilt werden. Die Therapie selbst wird in zwei unterschiedliche Phasen unterteilt,

  1. die Frühathmosphäre

Bei der Frühtherapie muss der Patient bereits bestmöglich zur Ruhe gekommen sein. In dieser Phase braucht er einen Vertrauten, an der sich wenden kann. Dabei sollten – falls notwendig – Beruhigungsmittel verabreicht werden. 

  1. die Folgetherapie

Wenn sich der Patient stabilisiert hat, kommen zu dem verschiedenen Verfahren zum Einsatz – wie die „Eye Movement Desensitization and Processing“ (kurz EMDR).  Schwere Traumata, die durch Kinder und Erwachsene durchlebt wurden, halten lange an.

Die Ausprägung der Symptomatik spielt bei der Einschätzung die Schwere des auftretenden Traumas eine Rolle. Bei einem Typ-I-Trauma, das nur kurzfristig und einmalig negative Reaktionen zeigt, und das Typ-II-Trauma, bei dem mehrere Symptome über einen längeren Zeitraum auftritt, hat einen Einfluss auf die Therapie. 

Zunächst ist es wichtig, die Traumatisierten zu beruhigen und alles zu unternehmen, dass die Erregung abklingt, die durch das Trauma entstanden ist. Helfer sollten beim Auftreten von traumatischen Ereignissen die Betroffenen in einen sicheren Ort bringen, um ein reflexgesteuertes Handeln seitens der Betroffenen zu vermeiden. Gerade, wenn Verletzungen vorliegen, kann dies negative Folgen haben. Dabei folgen viele dem normalen Fluchtreflex, der durch die traumatisierende Situation ausgelöst wird. 

Erst nachdem der Körper wieder zur Ruhe gekommen ist, lassen sich die Selbstheilungskräfte aktiviert, der körpereigenen Erholungsprozesse setzt ein. Anschließend tritt ein Erschöpfungszustand auf – dieser betrifft allerdings nicht die traumatische Situation selbst, sondern die Zeit im Anschluss. Es gibt noch zusätzliche Punkte, die dazu beitragen können, das Trauma zu überwinden und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Dabei sollten die folgenden Punkte berücksichtigt werden:

  • Sicherheit und Beruhigung

Es geht darum, sich zu beruhigen und in Sicherheit zu bringen. Im Anschluss geht es darum, die Erregung abklingen zu lassen. Nun gilt es, die Heilkräfte des eigenen Körpers zu aktivieren und damit eine Besserung des Gesundheitszustands herbeizuführen. Liegen Verletzungen vor, ist das Risiko besonders hoch, dass der angeborene Fluchtinstinkt einsetzt. Bei einer andauernden Erregung kommt es dagegen zu einem erhöhten Stresspegel, der langsam gesenkt werden muss. 

  • Hilfreiche Gewohnheiten wiederbeleben

Anwendung von Methoden, die auch vorab zur Beruhigung beigetragen haben. So können sich die Betroffenen kurz hinlegen und durchatmen. Auch das Lesen eines Buches entführt Betroffene in eine andere Welt, sodass sie nicht immer an das schreckliche Ereignis denken müssen. Längerfristig kann auch zusätzliche Bewegung wichtig. Während eines traumatischen Ereignisses ist das Gehirn mit Informationen überlastet, braucht es vor allem Ablenkung. 

  • Reden, Reden, Reden

Betroffene sollten sich mit ihnen bekannten und vertrauten Menschen über ihre Gefühle wegen des Traumas austauschen. Dauerhafte, sensible Gespräche über das Erlebte helfen Betroffenen, das Ereignis besser zu verarbeiten. Wichtig ist, dass die Vertrauten einfach nur zuhören und auf die Gefühle des Patienten eingehen. Dabei sollten die Wunden der verletzten Seele durch Verständnis und Empathie geheilt werden.


Das oberste Ziel ist es, während der ersten Phase – der Schockphase – und später der zweiten Phase – der Einwirkungsphase – dafür zu sorgen, dass die traumatisierte Person sein eigenes Ich wiederfindet. Es geht darum, dass die Trauma-Patienten das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln und alles zu tun, dass die Betroffenen endlich Ruhe finden. Ruhe und Entspannung sind in dieser Situation das oberste Gebot. Dabei gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, über die die Behandlung individuell gestaltet werden kann.

Ein Trauma löst langfristig Ängste aus, sodass auch Therapien bei Angststörungen zur Behandlung der Symptome eingesetzt werden können. Diese Trauma-Behandlungen können auch bei einer bestehenden posttraumatischen Belastungsstörung eingesetzt werden. Diese Methoden werden generell eingesetzt:

Die Konfrontationstherapie – auch Reizkonfrontations- oder Expositionstherapie – genannt, gehört zu den Verhaltenstherapien. Studien haben ergeben, dass diese Art der Therapie bei Traumata und Angststörung besonders effektiv wirkt. Die Konfrontationstherapie ist darauf ausgelegt, dass sich die Patienten effektiv mit ihren Ängsten auseinandersetzen. Zudem soll mit ihr bezweckt werden, dass den Patienten mit den Gefühlen der Angst, Depressionen und den körperlichen Veränderungen zu konfrontieren. 

Psychotherapien bei Balance Mallorca

Die Konfrontationstherapie ist keine eigenständige Therapie, sondern setzt sich aus verschiedenen Methoden zusammen. Doch was passiert konkret bei dieser Art der Behandlung? Der Patient wird immer wieder mit seinen Ängsten bzw. Traumata konfrontiert. Durch eine schrittweise Gewöhnung an die Angstsituation kann die beängstigende Situation immer weiter gesenkt werden. Da sie immer wieder mit dieser Situation konfrontiert werden, lernt der Körper, damit umzugehen. Während der gesamten therapeutischen Behandlung wird der Patient professionell betreut.

Die kognitive Verhaltenstherapie (kurz KVT) ist darauf ausgerichtet, dass sich Patienten über Gedanken, Einstellungen und Erwartungen klar zu werden. Ziel ist, persönlich falsche und belastende Überzeugungen zu erkennen und sie zu verändern. Die Denkmuster, die mit einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt werden – es käme durch diese Art der Denkweise zu einer Katastrophisierung eines Ereignisses, übertriebene Sorgen und der Glaube, dass ein Unglück bevorstünde. Solche Denkmuster sind sehr belastend und müssen behandelt werden.

Diese Art der Verhaltenstherapie ist problemorientiert. Es geht darum, konkret an vorliegenden Problemen zu arbeiten und für sie eine Lösung zu finden. Dabei wird die Behandlung nicht rückwärtsgewandt durchgeführt, sondern mit einem Blick in die Zukunft. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Hauptziel dieser Therapieform. Es dreht sich darum, nach einem Trauma oder einer Angststörung zurück ins Leben zu finden. Es geht aber vor allem darum, aktuell belastende Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen und zu verändern.

Die EMDR-Therapie, wobei die Abkürzung für „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ steht, ist eine Behandlungsform, die konkret für die Traumabehandlung entwickelt wurde. Sie kann aber auch bei anderen Therapieformen angewendet werden. So wird sie vorrangig für die Folgestörung eines Traumas – der posttraumatischen Belastungsstörung – eingesetzt. Durch einen schnellen Wechsel der Augenbewegungen werden beide Gehirnhälften aktiviert, wodurch ein traumatisierendes Erlebnis besser verarbeitet wird.

Durch die EMDR-Therapie wird das Gehirn stimuliert, die für ein Trauma typische Schockstarre zu lösen. Die Erinnerungen werden aktiviert und macht es möglich, die belastenden Ereignisse zu verarbeiten. Nach einer erfolgreichen EMDR-Sitzung erleben die meisten Patienten eine entlastende Veränderung der Erinnerung, die damit verbundene körperliche Erregung wie Schrecken oder Ängste klingen deutlich ab und negative Gedanken können (auch von der Gefühlsebene her) neu und positiver umformuliert werden.

Manche Leiden körperlichen Ursprungs lösen oftmals geistig-seelische Erkrankungen aus. Diese Art der Behandlung funktioniert auch umgekehrt, also wenn psychische Störungen längerfristig auch körperliche Symptome mit sich bringen. Dabei sind die körperlichen Symptome häufig besonders stark und tiefgreifend. Sowohl isoliert als auch in ihren Wechselwirkungen auf Geist und Seele sollte diese integrative Therapieform eingesetzt werden. Unser Fachbereich somatische Medizin verfügt hierzu über umfassende Möglichkeiten.

Bei dieser Art der Therapie geht es hierbei um das Ermitteln der körperlichen Ursachen von körperlichen Symptome, die sich so nicht eindeutig zuordnen lassen – also diffus sind. Dazu gehören Herzklopfen, Erschöpfung oder Atemnot. Gleichzeitig werden die geistig-seelischen Heilungsprozesse eine körperliche Entlastung mit sich bringt. Diese auf den Körper bezogene psychische Störung, die sich aufgrund der massiven Fokussierung auf den eigenen Organismus. Sie kann zu einer extremen Belastung im normalen Alltag führen.

Die Vorteile der Traumatherapie hängen immer von individuellen Faktoren ab und der Methode der Behandlung, die eingesetzt wird. Ein allgemeiner Vorteil ist darin zu finden, dass eine Traumatherapie dazu beitragen kann, ein normales Leben zu führen. Bei einer erfolgreichen Beendigung der Therapie können die Patienten wieder leben und arbeiten, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen. Egal, welche Therapiemethode gewählt wird – mit ihr wird es wieder möglich, sein eigenes Leben wieder in den Griff zu bekommen. Dabei kann die professionelle Traumatherapie eine gute Hilfe sein.

Für die Traumatisierten liegt der Hauptvorteil der Traumatherapie darin, dass sie erneut Vertrauen zu anderen Personen finden können. Wer durch Misshandlungen oder andere Faktoren traumatisiert wurde, findet in einem Gespräch mit Menschen, die zuhören, einen echten Befreiungsschlag. So können auch Betroffene von der Therapie profitieren – denn sie fühlen sich wohler, die belastenden Ereignisse geraten in den Hintergrund. Es gibt wieder Zuversicht erhalten. Durch eine Therapie können sämtliche negativen Wirkungen wie Ängste oder Depressionen loszuwerden. Ein wichtiger Teil ist der richtige Therapeut, zu dem der Patient Vertrauen hat.

Traumatisierte Personen erhalten während einer Therapie auch viele hilfreiche Instrumente und Quellen an die Hand. Der Erkrankte wird von den Therapeuten genau instruiert, wie er mit seinen Ängsten und Depressionen umgehen kann. Wird es gut gemacht, zeigen sich die ersten Zeichen einer Besserung bereits nach ein paar Sitzungen. die Störung die Beeinträchtigung wichtiger Funktionen im Alltag umfasst, die Betroffenen etwa nicht zur Arbeit gehen können und Begleitstörungen (Komorbidität) vorliegen. Vorab sollten die Patienten aber über die Erziehung der Seele und seiner Schwierigkeiten aufgeklärt werden.

Menschen, die nicht so stark von einem Trauma betroffen ist, kann eine ambulante Therapie machen. Diejenigen, die stark betroffen sind, sollten stattdessen eine stationäre Therapie machen. In Fachkliniken erhalten die Patienten sämtliche Unterstützung, um wieder selbst ihren Alltag managen zu können. Hier erhalten sie auch professionell ausgebildete Therapeuten, die sich auf ihre Patienten einlassen und sie in jeder Hinsicht betreuen. 

Ambulante Therapiebehandlung

Die Traumabehandlung kann ambulant erfolgen. Mithilfe von ärztlicher und therapeutischer Behandlung nicht innerhalb von Kliniken, sondern in speziellen Praxen. Eine wichtige Voraussetzung für diese Art der Therapie liegt darin, dass die Patienten ausreichend stabil sind. Diese Punkte gehören zur ambulanten Traumatherapie:

  • Psychotherapeutische Sprechstunde: Wer schnelle Hilfe im Krisenfall braucht, kann sich direkt an einen Psychotherapeuten wenden. Dieser kann nun ohne Überweisung vom Hausarzt in einem ersten Gespräch klären, ob eine ambulante Psychotherapie notwendig ist.
  • Psychotherapeutische Akutbehandlung: Kommt ein Psychotherapeut in der Sprechstunde zu dem Schluss, dass der Patient dringend Hilfe braucht, kann er eine psychotherapeutische Akutbehandlung anbieten oder vermitteln. Diese Einzelbehandlung steht Patienten bis zu 24x je Krankheitsfall zu. Eine Sitzung dauert 25 Minuten. Die Therapie muss bei der Krankenkasse nicht mehr beantragt, sondern nur noch angezeigt werden.
  • Telefonische Erreichbarkeit: Psychotherapeuten müssen bis zu 200 Minuten wöchentlich telefonisch erreichbar sein und die entsprechenden Zeiten ankündigen und veröffentlichen.

Wer psychisch krank ist und sich ambulant behandeln lassen will, für den gelten in Deutschland die obengenannten Regeln. Sie beinhalten auch die Ansprüche, die den Patienten für sich geltend machen können.

Stationäre Therapiebehandlung

Bei psychischen Erkrankungen wird an die Behandlung in Krankenhäusern oder einer anderen Gesundheitseinrichtung in eine REHA angeschlossen. Dies gilt gerade bei psychischen Erkrankungen wie einem Trauma. Die REHAs setzen verschiedene Therapiemethoden an, damit sich die Patienten entspannen und erholen kann. 

Wer sich in stationären REHAs behandeln lässt, erhält Einzel- und Gruppengespräche, Sport- und Bewegungstherapien sowie psychische Therapien direkt in einer REHA-Klinik der Wahl. Auch eine Ernährungs- und Sozialberatung wird auf Wunsch angebaut. Ein besonderer Fokus der Rehabilitation liegt auf dem Ziel, die Erwerbsfähigkeit des Versicherten wiederherzustellen bzw. zu erhalten.

Dauer einer stationären Therapie

Die Dauer einer stationären Therapie muss individuell bestimmt werden. Es hängt immer vom Heilungsverlauf des Patienten ab, da es Sinn und Zweck ist, dass die Patienten sich wieder wohl fühlen und ihren Alltag wieder selbst organisieren können.

Die REHA-Klinik Balance Luxury Rehab auf Mallorca bietet eine große Auswahl an Therapien – von der Krankengymnastik über den Yogakurs bis hin zur Reittherapie. Außerdem liegt die REHA auf Mallorca, wodurch sich Urlaub und Therapien wunderbar miteinander vereinbar sind. Dies erhöhten den Heilungseffekt und die Erholung.

Auch für das körperliche und seelische Wohl wird bei Patienten zu jeder Zeit gesorgt. Balance Rehab bietet seinen Patienten

  • eine perfekte Versorgung mit privatem Koch und Chauffeur
  • professionellen Therapeuten und medizinischem Personal
  • ein breites therapeutisches Angebot

FAQs