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Bearbeitet & klinisch überprüft vom THE BALANCE Team
Fakten geprüft

Die PTBS-Behandlung – wobei PTBS die Abkürzung von der „Posttraumatischen Belastungsstörung“ ist – muss grundsätzlich mithilfe eines Psychiaters erfolgen. Bei leichteren Krankheitsverläufen kann die Behandlung durchaus auch ambulant, also zu Hause durchgeführt werden, um erfolgreich zu sein. Doch auch hier sollte ein Psychologe die Erkrankung begleiten.

Bei schweren Verläufen, die durch Selbstmordgefahr und psychotischen Störungen gekennzeichnet sind oder durch die der Patient schwere Depressionen erleidet, ist der Aufenthalt in einer psychischen Klinik jedoch empfohlen, um das Behandlungsziel zu erreichen. Um das richtige Umfeld der Behandlung zu schaffen, unterstützen neben den Therapeuten auch Freunde und Familie bei der Therapie. Parallel können Musik- und Kunsttherapien entlasten und die Ergebnisse der Therapie weiter verbessern. 

Die Abkürzung PTBS steht für eine „Posttraumatische Belastungsstörung“. Diese Art der Behandlung muss ein Psychiater die Behandlung leiten, um die Schwere der Erkrankung am besten in den Griff zu kriegen. Um die drei Hauptaspekte, die biologische, die psychologische und die soziale Beeinflussung der Krankheit optimal zu behandeln, hat sich die sogenannte „multimodale Vorgehensweise“ bewährt. Bei dieser Therapie werden alle Aspekte mit beinhaltet und interdisziplinäre Ansätze verwendet. Die Behandlung von PTBS kann in allen Lebensbereichen notwendig werden, vor allem sind diejenigen davon betroffen, die bereits ein oder sogar mehrere Traumata durchlebt haben. Dabei sind viele durch ihre Lebensumstände – wie das Leben als Flüchtlinge oder bei durchlebten Katastrophen – oder durch einzigartige, körperlich belastende Ereignisse – wie ein schlimmer Verkehrsunfall oder ein Überfall – zu dauernden Ängsten führen.

Behandlung von psychischen Erschöpfung

Die posttraumatische Belastungsstörung ist als Langzeitschaden für das Durchleben eines Traumas zu werten. Ereignisse die zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen dazu, dass belastende Erlebnisse oder gefährliche Situationen immer wieder durchlebt werden. Vor allem bedrohliche Lebenssituationen, Unfälle, Überfälle oder körperliche Beschädigungen enden mit einem Trauma. Wer ein schwieriges Leben durchleben musste, ging das akute Auftreten des Traumas in die posttraumatische Belastungsstörung – PTBS – über. Durch die posttraumatische Belastungsstörung entsteht bei Betroffenen das Gefühl der Hilflosigkeit und es kommt immer wieder dazu, dass die durchlebte Situation wieder und wieder durchlebt wurde. Dadurch werden die Menschen in die Ecke gedrängt, sie neigen zu Schlafstörungen, erhöhter vegetativer Erregung und oftmals auch sozialem Rückzug führt. Damit die Lebensqualität der Betroffenen wieder steigt, ist es unbedingt notwendig, die PTBS zu therapieren.

Damit die posttraumatische Störung richtig behandelt wird, muss eine Psychotherapie gemacht werden. Dabei ist es das Ziel,

  • Betroffene zu unterstützen, um die oftmals ungewollt auftretenden Erinnerungen zu bekämpfen
  • Begleitsymptome wie Angst, Depressionen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und andere Symptome abzubauen
  • Betroffenen zu helfen, das Trauma final zu verarbeiten und in ihre Lebensgeschichte zu integrieren. Bei einem Neuanfang soll die Basis sein, dass PTBS-Bedeutung geringer wird.
  • sein psychosoziales Funktionsniveau zu verbessern und insbesondere die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen.

Posttraumatische Belastungsstörungen treten vorrangig dann auf, wenn die Traumata, die Patienten durchlitten haben, nicht akzeptiert werden. Es müssen sowohl Behandlungsstrategien von der PTBS entwickelt werden, aber es geht auch darum, Strategien zu entwickeln, um einem PTBS-Rückfall vorzubeugen.

Ist ein Patient emotional ausreichend gefestigt, wird die Verhaltenstherapie eingesetzt, damit sich der Patient Schritt für Schritt die traumatischen Erlebnisse auseinandersetzen kann. Die Entwicklung der Therapie wird im Zusammenspiel von Therapeut und Patient entwickelt, sodass die Therapie die besten Erfolge mit sich bringen kann. Außerdem soll mit den Einordnen in die Biografie des Erkrankten erreicht werden, dass der Patient für sich einen Schlusspunkt setzen kann. Dies bedeutet auch, dass Betroffenen ihre Lebensqualität zurückerhalten. Der therapeutische Erfolg der posttraumatischen Belastungsstörung liegt sicherlich auch in einem sicheren Vertrauensverhältnis zwischen Therapeuten und Patienten sowie der Unterstützung durch das familiäre Umfeld.

Für die Therapie von PTBS erfolgt über mehrere Faktoren, insgesamt können fünf unterschiedliche Ansätze erfolgreich dazu beitragen, dass es Patienten mit PTBS besser geht und ihre Erkrankung geheilt wird. Dabei haben sich die folgenden Therapiemaßnahmen als besonders effektiv herausgestellt:

  1. Kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie – kurz KVT – ist zur Behandlung von psychotherapeutischen Problemen besonders gut wirkt. Sie kombiniert die kognitive – also die wahrnehmende – Therapie mit der Verhaltenstherapie. Grundlage dieser Behandlung ist – unabhängig vom Auslöser – ist die Art, wie Menschen denken, fühlen und sich verhalten. Dabei ist es das Ziel, falsche oder aber auch belastende Überzeugungen zu erkennen und diese zu verändern. Es kann sein, dass nicht nur die Dinge und Situationen selbst Probleme bereiten.

  1. EMDR

Eine Alternative der Behandlung ist „EMDR“ – wobei diese Abkürzung für „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ steht. Sie wurde von der Psychotherapeutin Dr. Francine Shapiro entwickelt. Bei einer EMDR-Therapie geht es vorrangig darum, die Traumata über ausführliche Gespräche zu analysieren und so eine Verarbeitung durch den Patienten anzustoßen. Über die Bewegung der Augen nach links und rechts werden die Patienten vorsichtig und sensibel durch ihr inneres Ich führen – mit dem Ziel der Besserung.

Gerade die EMDR gilt als therapeutischer Ansatz bei einer bestehenden posttraumatischen Belastungsstörung als erfolgversprechend und effektiv. Dabei profitieren nicht nur belastete Erwachsene, sondern auch Kinder, die unter komplexen Traumata leiden, dabei, dass die schweren Belastungen des Traumas verarbeitet wird. Durch diese effektive Behandlung wird eine posttraumatische Belastungsstörung geheilt.

Posttraumatische Belastungsstörungen sind für Patienten schwierig, da sie für den Patienten schwierig zu verarbeiten sind. Zudem liegt hier ein Schema vor, das in mehrere Phasen unterteilt wird. Anfänglich sind die Patienten durch ein Trauma betroffen, das durch die folgenden Punkte entstehen kann und schwere Belastungen mit sich bringt:

  1. Unfälle oder Verletzungen
  2. Sexueller Missbrauch
  3. Krieg und Folter
  4. Seelische Verletzungen
  5. Katastrophen wie Hunger oder soziale Probleme

Ob sich tatsächlich nach dem Durchleben von solchen dramatischen Situationen traumatische Belastungsstörungen mit sich bringt, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, die das Risiko der Erkrankung genauer überwachen kann.

Wie stark sich eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt, hängt immer von mehreren Faktoren ab, die einen Einfluss auf eine Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) haben. Ein weiteres Risiko ist der genetische Einfluss. Die folgenden Faktoren gelten jedoch bei den Betroffenen als besonders gefährdend:

  1. Fehlende soziale Unterstützung durch das familiäre Umfeld
  2. Jugendliche oder besonders alte Menschen weiblichen Geschlechts
  3. Traumata in der eigenen Geschichte oder in der Familie
  4. Schweregrad und Dauer der traumatischen Situation
  5. Geringer Status bezüglich des sozio-ökonomischen Status

Das Risiko der Entwicklung einer PTBS steigt immer weiter an, wenn es sich bei dem Trauma nicht um ein einzelnes Erlebnis handelt, sondern es zu weiteren Erlebnissen kommt, die das Leben negativ beeinflussen. Daher ist es notwendig, dass die Betroffenen durch ihre Familie oder aber durch Freunde unterstützt werden. 

Es besteht jedoch ein Hinweis auf die Höhe des Risikos, der eine posttraumatische Belastungsstörung nach sich ziehen kann. Hier liegen Gefahren einer posttraumatischen Belastungsstörungen als Folge durchlebter Traumata 

  • vorliegen einer psychischen Erkrankung vor Einsatz der PTBS
  • fehlende soziale Unterstützung
  • anhaltende Belastungen im Leben

Untersuchungen haben gezeigt, dass eine PTBS bei 25 Prozent von Opfern an Gewaltverbrechen und bei Kriegsopfern/Flüchtigen 20 Prozent. Von Personen, die ein Trauma durch einen Verkehrsunfall entwickelt hatten oder eine schwere Krankheit durchlitten, leiden 15 Prozent unter dieser schädigenden Folgewirkung des Traumas.

Grundsätzlich müssen Patienten, die bereits eine posttraumatische Störung durchlebt haben, davon ausgehen, dass die negativen Folgen aufgrund einer zweiten belastenden Situation weiter steigen. Unter solchen Erlebnissen können beispielsweise nach dem Auftreten von weiteren Problemen wie einer Krankheit oder Scheidung verstärken. Auch wenn die Freunde und Familie Betroffene nicht bei der Bekämpfung ihrer Erkrankung helfen, kann es zu traumatisch erlebten Ereignissen kommen. Verschiedene Untersuchungen konnten zeigen, dass Menschen, die unter einer akuten PTBS leiden, die Unterstützung von Freunden und Familie benötigen.

Außerdem haben sich Vermeidungsverhalten und nicht hilfreiche Gedanken als ungünstige Faktoren für die Bewältigung von Traumata entwickelt. Schutzfaktoren sind die soziale Unterstützung, die Anerkennung als Opfer und die Fähigkeit, das traumatische Ereignis einzuordnen und ihm einen Sinn zu geben. Um Bewältigungsstrategien umzusetzen, wirkt sich das positiv auf die Verarbeitung des Traumas aus. Dazu gehört ein günstiger Umgang mit Stress, die Fähigkeit, über das Erlebte zu sprechen, die Bereitschaft, bei Problemen Unterstützung zu suchen und die Überzeugung, dass es Möglichkeiten gibt, Probleme im Leben zu lösen.

Dabei hat sich auch gezeigt, dass viele Menschen, die unter psychischen Problemen leiden, anfälliger für die Entwicklung von posttraumatischen Belastungsstörungen sind. Bei ihnen entwickeln sich die folgenden Probleme:

  1. Angst, Hilflosigkeit und Kontrollverlust in traumatischen Situationen
  2. Gefühl der Lebensbedrohlichkeit
  3. Entsprechend wirkt sich eine PTBS stark darauf ab, wie die Störung entsteht

Dennoch sind diejenigen, die vermehrt unter Ängsten, Depressionen oder Suchterkrankungen leiden, auch anfälliger für die Ausbildung einer posttraumatischen Störung. Allerdings gibt es auch Menschen, die allgemein besser mit schrecklichen Erlebnissen zurechtkommen. In vielen Fällen stellt sich aber heraus, dass die Personen, die krank sind, aber durch vertraute Personen unterstützt werden, um gesund zu werden, mit der psychischen Krankheit umgehen können.

Es ist durchaus möglich, dass ein PTBS-Rückfall entsteht. Durch eine Behandlung werden die Betroffenen nicht langfristig geheilt, sondern immer wieder werden sie von den negativen Gefühlen und Einstellungen heimgesucht. Zwar ist bis heute nicht eindeutig bekannt, wodurch es in Deutschland etwa zwei Prozent der Bevölkerung von einer PTBS betroffen ist, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Dabei gilt auch, dass die die PTBS genauso schwierig zu deuten ist wie die Schwere des durchlebten Traumas. 

Wichtig ist, dass die Menschen, die unter einer PTBS akzeptieren müssen, ohne emotional überflutet zu werden. Es geht also darum, sein kommendes Leben mit der psychischen Erkrankung leidet. Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade Opfer eines Amoklaufs von der PTBS besonders stark leiden. Dies liegt vorrangig daran, dass die Beteiligten in diesem Zusammenhang die erweiterte Situation des Amoklaufs durchlaufene Betroffene selbst Jahre später die kritische Situation schrittweise durchlaufen und die PTBS immer wieder auftritt und nicht geheilt werden kann.

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