9 Minuten

Bearbeitet & klinisch überprüft vom THE BALANCE Team
Fakten geprüft

Einen Burnout können Betroffene sowohl in Form von Selbsttest durchführen oder aber in Zusammenarbeit mit Therapeuten erarbeiten. Es geht um insgesamt 18 Fragen, die sich rund um drei Themen dreht – Erschöpfung, Distanziertheit und dem Erleben von Misserfolgen. Wer die Anzeichen seines Burnout-Syndroms selbstständig klären will, ob er bereits unter den ersten Anzeichen des Burnouts leidet, kann auch einen Selbsttest durchführen. Dies kann per Online-Befragung geschehen, bei der auch die Ergebnisse der Befragungen veröffentlicht wird. So lässt sich herausfinden, welche Maßnahmen durchzuführen sind.

Menschen, für die es schwer ist, für Ruhe zu sorgen, da ihr Leben durch einen exzessiv stressigen Alltag geformt wird und die ständig unter Schlafstörungen klagen, leidet der Körper sowohl physisch als auch psychisch. Fragen auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen werden neu entwickelt – wobei die Grundlage dafür sind, dass die Patienten diese Fragen selbst stellen und damit eine Selbsttherapie durchführen kann. Allerdings ist es oftmals schwierig, dass ermittelt werden muss, wo die Probleme der Beschäftigten tatsächlich vorliegen. Insgesamt zeigen sich drei unterschiedliche Hauptsymptome wie die totale Erschöpfung – auch als ausgebrannt Sein bezeichnet – und einer längeren Phase bleibt die Energie aus, um den eigenen Alltag zu bewältigen. 

Eine zweite Form des Burnouts – das bis heute noch recht unbekannt ist – ist der sogenannte „stille Burnout“, der aber dennoch ein hohes Gefahrenpotenzial mit sich bringt. Von dieser Form sind die Menschen betroffen, die grundlegend ein hohes Maß an berufliches Engagement sind. Auch hier zeigt sich die Erkrankungen um einen schleichenden Prozess. Es ist hier zu bemerken, dass es den Erkrankten schwerer fällt, sich zu entspannen und neue Kraft zu sammeln. Stattdessen fühlen sie sich schnell gereizt, sind von einer inneren Unruhe befallen und leiden ständig unter Ein- und Durchschlafstörungen. Parallel dazu gelangen sie kontinuierlich in eine negative Gedankenspirale. Der „stille Burnout“ ist generell als der offene Tür des völligen Burnouts zu sehen.

Diejenigen, die an sich feststellen, dass sie immer übereifrig sind und alles geben wollen, um die hoch gesteckten Ziele zu erreichen, haben ein erhöhtes Risiko an einem Burnout-Syndrom zu erkranken. Dabei sollten die Betroffenen mit Tests selbst beobachten:

TEST DURCH THERAPEUTISCHE UNTERSTÜTZUNG

Auf der einen Seite existieren psychologische Online-Tests, die gemeinsam mit den Experten durchgeführt werden. Dabei existieren die Krankheitsbilder konkret durch die Therapeuten unterstützt. Die Erkrankungen werden spezifisch nach den Symptomen der Erkrankung herausfinden und ermitteln, welche Maßgaben ermittelt werden müssen.

ONLINE-SELBSTTEST DER BETROFFENEN

Wie bereits erwähnt, gibt es mehrere Fragen im Internet, die sich die Erkrankten fragen müssen, um genau zu ermitteln, ob sie Risikoanzeichen – wie die tägliche Arbeitsbelastung, die steigende Erschöpfung oder einen übermäßigen Stress – verspüren, die letztlich auch zu Krankheitszeichen führen und dafür zu sorgen, dass sich die Patienten unwohl fühlen.

Bei einer selbsttherapeutischen Beantwortung der Online-Fragebogen wird zudem eine Auswertung angeboten, mit denen die Fragen beantwortet werden. Dieser wird genauer analysiert und zeigt, ob eine Therapie gegen das Burnout-Syndrom notwendig wird oder nicht. 

Wer sich nun eine Unterstützung sucht, sollte sich zunächst an seinen Hausarzt wenden, da er die Anamnese – die Krankengeschichte – des Erkrankten kennt und ermittelt die Einschätzung der Symptome am besten. Zudem werden hier die wichtigsten Informationen, therapeutischen Möglichkeiten und eine Aufzeichnung sämtlicher Therapeuten erfolgen kann. Es ist auch durchaus empfehlenswert, dass sämtliche positiven Einschätzungen zum Auffinden des passenden Therapeuten führen kann. Auch die Krankenkasse kann zu einer Beratung beitragen. 

Solche Tests tragen wesentlich dazu bei, dass wertvolle Zusatzinformationen gesammelt werden, teilweise sind diese zusätzlichen Informationen sogar unverzichtbar. Sie sind ein wertvolles Element dazu, herauszufinden, ob es noch weitere Erkrankungen gibt – wie eine Depression, Störung der Persönlichkeit oder Ängsten. Darüber hinaus treten – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen – Autismus, Legasthenie oder geistige Rückstände. Zudem helfen diese Tests, das Ausmaß von der Symptomatik zu ermitteln.

Das Testverfahren entstand in den 1960er-Jahren und ergänzte die psychologische Diagnostik, die nun in den Hintergrund trat. Als Therapieansatz werden noch heute durch die Krankenkassen finanzierte Behandlungen eingesetzt. Manche Therapeuten scheinen Ansätze zu mischen – es sollte aber stets einen nachweislichen Ausbildungsschwerpunkt geben. Bei den fünf anerkannten Verfahren ist die Ausbildung klar geregelt, bei anderen Richtungen womöglich undurchsichtiger. 

Um die Behandlung durchführen zu können, brauchten die Experte keine

  • Persönlichkeitstests
  • Indikationsfrage
  • Überzeugung der Güte des eigenen Therapieverfahrens

Dennoch ist mittlerweile deutlich geworden, dass der Eindruck von einem Therapeuten immer subjektiv ist und nur selten keine glaubwürdigen Aussagen zeigt. Wenn die Therapeuten die Aufgabe haben, den Erfolg einer Therapiesitzung vorherzusagen, wird sich eine Betonung von etwa 20 Prozent am Therapieerfolg, der später gemessen werden. Subjektive Sicherheit und objektive Wahrheit sind zweierlei; eine Meinung wird nicht dadurch richtig, dass wir uns ihrer sicher sind. Statt der Tests bezüglich der Persönlichkeit wurde es für die Betroffenen immer wichtiger, dass die Therapeuten in den einzelnen Sitzungen den Erfolg der Therapie vorhersagen sollen. Viele fragen sich trotzdem, ob eine subjektiv eingeschätzte Sicherheit mit der objektiven Wahrheit übereinstimmt. Klinische Fragebögen können für die folgenden Anlässe verwendet werden:

  1. Einschätzung des Schweregrades der Patientenprobleme
  2. Bei Unklarheit bezüglich der Motivation des Patienten
  3. Therapeutische Interaktion und Beziehung verläuft nur schwierig
  4. Unklare Ziele der Patienten
  5. Erfassung von spezifischen Ausprägungen von Symptomen 
  6. Erfassung von dysfunktionalen kognitiven und emotionalen Symptomausprägungen
  7. Dokumentation des Therapieergebnisses und der Fortschritte

Um dieses Wissen zusammenzustellen, gibt es gut überprüfte und standardisierte klinische Fragebögen. In den Fragebögen werden – zumeist aus Platzgründen – wird auf die Darstellung der statistischen Qualitätskriterien ermittelt. Grundsätzlich sind alle angewandten Verfahren normiert und genau überprüft, sodass sich mit dem Test feststellen lassen kann, ob ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Burnouts besteht. Bei einem Test ist es auf jeden Fall möglich, dass die Symptome damit herausgefunden werden können.

Der Burnout-Test wurde auf Grundlage der Wissenschaft entwickelt und muss anhand der gestellten Fragen möglichst spontan beantwortet werden, wobei die Antworten der Befragung innerhalb von kurzer Zeit und ohne Angabe der persönlichen Daten erhalten werden. Der Test wird insgesamt in drei maßgebliche Faktoren unterteilt:

  • Distanziertheit: Durch die massive Überforderung zeigen die Betroffenen einen steigenden Abstand gegenüber dem Arbeitsalltag bis hin zur absoluten Gleichgültigkeit.
  • Emotionale Erschöpfung: Durch eine dauerhafte körperliche und psychische Belastung sorgt für eine Überforderung und Müdigkeit.
  • Erleben von Misserfolgen: Eine chronische Überforderung sorgt dafür, dass die Betroffenen seltener Erfolgserlebnisse bei der Arbeit hatten und einen Burnout entwickelt.

Neben einer Einschätzung des Risikos für einen Burnout gibt es auch therapeutische Behandlungen, bei denen sich Fachleute direkt mit den Patienten in Kontakt setzen. Hier geht es darum, die Behandlung zwischen Therapeut und Patienten von Anfang an konkret durchzuführen und gemeinsam nach einem Weg der Besserung zu suchen. 

Sind die Fragen beantwortet, geht es darum, herauszufinden, wie hoch das Risiko eines beginnenden Burnouts ist, denn auch das Risiko wird in verschiedene Phasen unterteilt:

  1. 0 bis 15 Punkte: Es besteht keinerlei Burnout-Gefahr
  2. 16 bis 34 Punkte: Kaum Burnout-Gefahr
  3. 35 bis 49 Punkte: Burnout-gefährdet
  4. Über 50 bis 78 Punkte: stark Burnout-gefährdet

Durch diese Herangehensweise wird es für die Betroffenen möglich, dass sie das psychische Syndrom bereits frühzeitig herausfinden können und das Gefahrenpotenzial zu schon früh zu ermitteln.

Wer an einem Burnout leidet, benötigt professionelle und auf die bestehende Phase der Erkrankung zugeschnittene Unterstützung. Bei einem beginnenden Burnout-Syndrom zeigt sich zumeist eine Verlängerung der Erholungsphase – beispielsweise durch eine Kur, aber auch eine REHA-Maßnahme. Eine alternative Methode wäre der Wechsel des Arbeitsplatzes, da dieser dazu beiträgt, die Ursache von einem Burnout-Syndrom zu behandeln. Ist das Burnout-Syndrom jedoch bereits in einem weiteren Stadium, die auch zu einer stärkeren Belastung führt, sollten sich die Patienten im Rahmen einer therapeutischen Behandlung durch einen Arzt oder einen Mediziner behandeln lassen. Nur so wird das beste Ergebnis erzielt.

Dabei sollten jedoch auch die Menschen, die selbst betroffen sind, sich aufmerksam beobachten und an sich festzustellen, ob ein Burnout-Syndrom vorliegt. Dabei geht es um die Selbsteinschätzung, die Einschätzung der eigenen Person und Leistungsfähigkeit durchzuführen. Besonders relevant sind die verhaltenstherapeutisch orientierten Empfehlungen und Maßnahmen wie

  • Reduzierung des Arbeitspensums und eine Erhöhung der Freizeitphasen
  • Für den Umgang mit Aggression und Frustration sowie selbstschädigendem Verhalten (Kaffee-, Nikotin-, Alkoholmissbrauch) 
  • Vorsicht vor einer Gefahr des Rückfalls per individuelle Checkliste
  • Aber auch physikalische Behandlungsmaßnahmen wie Massagen und Gymnastik. 
  • Behandlung durch Therapie mit Psychopharmaka oder Phytopharmaka, also Arzneimittel mit pflanzlichen Wirkstoffen, kann hilfreich sein. 
  • Psychohygiene unterstützt den Betroffenen in jedem Stadium der Symptomatik. Zur Psychohygiene gehören Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen.

Für eine erfolgreiche Therapie gegen ein Burnout-Syndrom gehört zudem nicht nur ein Einzelerfolg, sondern die Betroffenen brauchen Hilfe durch ihre Familienmitglieder. Sie müssen ihre Partner oder Familienmitglieder vorrangig mit einem genauen Zuhören und einem vielseitigen Verständnis reagieren, um ihnen zu helfen, mit ihren Problemen umzugehen.

FAQs